Naturausgleich zugunsten von Lerche, Fledermaus und Wachtelkönig
Fischbeker Reethen

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  • 07. Sep 2020
  • Fischbeker Reethen
BUKEA / Giesenberg

Für das Quartier Fischbeker Reethen läuft derzeit das Bebauungsplanverfahren. Dort sollen in einigen Jahren 2.300 neue Wohneinheiten entstehen. Schon lange bevor die Bauarbeiten starten, hat die IBA Hamburg umfangreiche Gutachten zu den erforderlichen Maßnahmen für den Naturausgleich erarbeiten lassen und mit den zuständigen Fachbehörden abgestimmt. Mit der Umsetzung der ersten Maßnahmen wird bereits in diesem Jahr begonnen. Damit werden viele bisher intensivlandwirtschaftlich genutzte Flächen für Fauna und Flora aufgewertet.

Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA Hamburg: „ Wir sind mit unseren Maßnahmen sehr früh dran, schon lange bevor die Bebauung überhaupt startet. So schaffen wir insbesondere für die Feldlerche neue Habitate bevor wir mit den Bauarbeiten starten. Wir gleichen dabei nicht nur Verluste aus, sondern schaffen auch ganz neue Qualitäten für den Naturschutz.“

Die IBA Hamburg sieht für die Fischbeker Reethen ein multifunktionales Ausgleichskonzept vor. Das heißt, dass verschiedene Maßnahmen kombiniert werden und so positive Synergien für die Umwelt entstehen. Alle vorgesehenen Ausgleichsflächen liegen in direkter Nähe zum Bebauungsgebiet oder nah gelegen hinter der Landesgrenze. Auf niedersächsischem Gebiet sind jetzt schon große Teile der Ausgleichsflächen im Besitz der Stadt.

Ausgleichs- und Minderungsmaßnahmen innerhalb der Fischbeker Reethen (Auszug):

  • Mehr als 5 Hektar Moorfläche mit Torfböden werden freigehalten und wieder vernässt. Auf diesem Areal werden dann angepasste Baumarten angepflanzt. Diese Maßnahme ist damit auch Ausgleich für die Baumfällungen im Zufahrtsbereich der Bundesstraße (B 73) in das neue Quartier.
  • Eine Biotopverbindung mit entsprechendem Korridor (22 Meter breit) wird nachhaltig gesichert.
  • Bestehende Biotope, wie ein Kleingewässer an der Bahn, bleiben dauerhaft erhalten.
  • Im Zuge der späteren Bebauung werden 70 Prozent aller Dächer mit Dachbegrünung und Solaranlagen (PV oder Solarthermie) ausgestattet.

Ausgleichs- und Minderungsmaßnahmen außerhalb der Fischbeker Reethen (Auszug):

  • Direkt angrenzend an die Fischbeker Reethen (nördlich der Bahnstrecke) werden intensiv genutzten Äckern und Weiden in Feuchtgrünland oder extensiv genutzte Getreideäcker mit Feldlerchenfenstern umgewandelt.
  • Auf allen Ausgleichsflächen wird es keinen Maisanbau mehr geben.
  • Insgesamt werden 360 laufende Meter Feldhecken als Schutz- und Brutraum für einzelne Vogelarten neu gepflanzt.
  • Nördlich der Bahnlinie wird eine Streuobstwiese angelegt.
  • Für Feldlerchen und Wiesenschafstelzen werden Ackerflächen umfangreich aufgewertet.
  • Zahlreiche Nistkästen für die vor Ort lebenden Fledermäuse werden installiert und Jagdkorridore durch die Anpflanzung von Bäumen neu geschaffen.

Für die besonders gefährdeten Vogelarten Wachtelkönig und Feldlerche sind dabei die folgenden Maßnahmen vorgesehen:

Schutzmaßnahmen für den Wachtelkönig:

Im Projektgebiet wurden im Rahmen der erforderlichen Kartierungsarbeiten zwei Paare des Wachtelkönigs nachgewiesen. Für diese Vogelart sind jeweils 12 ha Ausgleichsfläche pro Paar plus Aufschlag erforderlich. Rund 30 Hektar vorgezogene Ausgleichsflächen (CEF-Maßnahmen) sind für den Wachtelkönig vorgesehen. Knapp 10 Hektar konnten noch im Hamburger Naturschutzgebiet Moorgürtel als Ausgleich für den Wachtelkönig gesichert werden. Weitere gut 20 Hektar wurden im niedersächsischen Teil des Moorgürtels, dem Naturschutzgebiet Moore bei Buxtehude, angekauft. Auf allen Flächen wurden bereits in diesem Jahr Verträge mit Landwirten abgeschlossen, die ausschließlich eine extensive Grünlandnutzung unter Berücksichtigung der besonderen Ansprüche des Wachtelkönigs zulassen.

Schutzmaßnahmen für die Feldlerche:

Die Feldlerchen stehen in Hamburg auf der roten Liste und gelten als besonders gefährdet. Für insgesamt neun Paare sind mehrere Flächen (9 Hektar) ausgewiesen. In diesem Frühjahr wurden schon zwei Lerchenfenster (5x6 Meter) auf einem Hektar Getreideacker angelegt. Weitere bisher für intensiven Maisanbau genutzte Flächen sollen ab 2021 auch so hergerichtet werden.

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