Baugemeinschaften

Baugemeinschaften schaffen gemeinsam Wohnraum zur Selbstnutzung. Oft haben die Projekte dabei einen besonderen ökologischen oder sozialen Schwerpunkt und werden von der Stadt Hamburg mit Fördergeldern unterstützt. Die Mitglieder einer Baugemeinschaft sind direkt in den Planungs- und Bauprozess involviert und identifizieren sich dadurch in der Regel stärker mit ihrem Bauprojekt und engagieren sich im Quartier. Das stärkt Nachbarschaften und bringt oftmals innovative Impulse mit sich. So gibt es z. B. Konzepte für autofreies Wohnen, Passivhausstandards, Nachbarschaftsräume, Dachbegrünungen, inklusives Wohnen oder Holzbauweise.
Für die Bauherren ergeben sich zum einen finanzielle Vorteile, zum anderen auch die Möglichkeit, eigene Ideen zu verwirklichen und in einer aktiven Gemeinschaft zu leben. Baugemeinschaften werden in der Regel in Form einer eigenen gegründeten Kleingenossenschaft oder in Kooperation mit einer Traditionsgenossenschaft realisiert. Freifinanzierte Mietwohnungen sind ebenfalls möglich.

Aufgrund der positiven Effekte von Baugemeinschaften ist das Ziel der Stadt Hamburg, die Anteile in neuen Quartieren zu erhöhen. In den Projektgebieten der IBA Hamburg, insbesondere in Wilhelmsburg und Oberbillwerder, sollen jeweils bis zu 20% des Wohnungsbaus als Baugemeinschaften realisiert werden.

  • Seit 2010

    zeichnet der Hamburger Baugemeinschaftspreis hervorragende Baugruppen aus.

  • In den 1980er Jahren

    gründete sich die erste Baugemeinschaft Hamburgs.

  • 115

    Baugemeinschaften gibt es aktuell in Hamburg.
    (Stand 2019)

  • Lesetipp:

„Baugemeinschaften stehen einerseits für das gute Leben, für Selbstbestimmung und Gemeinschaftlichkeit im Wohnalltag, sie bieten also ihren Bewohnerinnen und Bewohnern herausragende Lebensqualität, die sie sich durch die zeit- und ressourcenaufwändige Projektentwicklung verdient haben. Sie sind allerdings keine selbstbezüglichen „Schwarzen Löcher“ in der städtischen oder ländlichen Landschaft, sondern geben der Stadt oft ebenso viel, wie sie von ihr bekommen, oder noch mehr.“

ROBERT TEMEL

ARCHITEKTUR- UND STADTFORSCHER AUS WIEN,
JURYVORSITZENDER DES BAUGEMEINSCHAFTSPREISES 2017

Baugemeinschaften bunt

Was ist das Gute an Baugemeinschaften?

Ich möchte eine Baugemeinschaft gründen oder mich einer bestehenden anschließen.
Wie geht das?

Die Agentur für Baugemeinschaften ist seit 2003 die zentrale Anlaufstelle für alle, die sich für das Bauen in einer Baugemeinschaft interessieren. Die Mitarbeiter der Agentur begleiten Sie von der ersten Idee bis zur Realisierung. Sie erläutern Ihnen, wie die Verfahren in der Verwaltung und bei der Finanzierung ablaufen, wie Sie eine passende Baugruppe finden und wo es freie Grundstücke gibt. Die Agentur kooperiert mit erfahrenen Architekten und Baubetreuern, die die jeweiligen Interessen der Gruppe wahrnehmen.

In der Kontaktbörse der Agentur für Baugemeinschaften können sich zukünftige Bauherren kennenlernen und vernetzen. Hier finden sich Angebote von bereits bestehenden Baugemeinschaften sowie Gesuche von interessierten Einzelpersonen oder Kleingruppen: Baut zusammen – die Kontaktbörse der Agentur für Baugemeinschaften.

Logo baugemeinschaften

Kontakt

Freie und Hansestadt Hamburg
Agentur für Baugemeinschaften
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg

  • +49 40 428502333
  • Webseite der Agentur für Baugemeinschaften

Wir sind eine Baugemeinschaft und suchen ein Grundstück

Hier finden bestehende Baugemeinschaften Grundstücksangebote in den IBA-Projektgebieten. Für alle Fragen rund um das Thema Ausschreibung sowie das Bewerbungsverfahren stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass wir keine Baugemeinschaften und Interessenten vermitteln. Dafür ist die Agentur für Baugemeinschaften Ihr richtiger Ansprechpartner (siehe oben).

Grundstücke für Baugemeinschaften

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Warum haben Sie sich für das Bauen in der Gemeinschaft entschieden?

Bauen in der Gemeinschaft ist günstig, aber der Planungsprozess war herausfordernd. Es mussten gemeinsame Entscheidungen getroffen werden. Bei uns hat das zu einer lebhaften und konstruktiven Diskussionskultur geführt. Gleichzeitig konnten wir Verantwortung, Risiko und Ängste (und Gummibären) teilen. Durch die Entscheidung für eine Baugemeinschaft hat sich unser Freundeskreis vergrößert. Es ist immer jemand da und wir helfen uns gegenseitig z. B. beim Pakete annehmen, Blumen gießen oder Butter leihen. Und wir feiern auch gerne zusammen. Hier leben Familien, Rentner, Paare und Individualisten. Auch haben sich Gruppen immer wieder im Stadtteil engagiert, insbesondere für Flüchtlinge. Hier in Wilhelmsburg lebt es sich sehr gut. Es ist zentrumsnah, ruhig und trotzdem gibt es (fast) alles was man braucht. Wilhelmsburg hat viel Alternativkultur, Bewegungsmöglichkeiten und familiäre Bars. Der Schlöperstieg liegt traumhaft, das war ein echtes Argument für den Mikrostandort.

Familie Schröder / Bauer

Neue Hamburger Terrassen

Neue Hamburger Terrassen Patrick Bauer

Eindrücke zu Baugemeinschaftsprojekten der IBA Hamburg

  • Neue Hamburger Terrassen - IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

    Neue Hamburger Terrassen

    Die Neuen Hamburger Terrassen sind im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg 2006-2013 in Wilhelmsburg entstanden. 2017 erhielt die Baugemeinschaft eine Würdigung mit einer besonderen Anerkennung für Städtebau und Architektur (Baugemeinschaftspreis). Insbesondere der Mut zu einem neuen Standort und das Konzept, die Straße als Begegnungsort zu nutzen sowie das Zusammenwachsen im Prozess und ein soziales Engagement über die Hausgemeinschaft hinausgehend, wurden gelobt.

  • Baugemeinschaft Nestbau - IBA Hamburg GmbH / Plan-R-Architektenb¸ro Joachim Reinig

    Nestbau

    Im Vogelkamp Neugraben entsteht das generationenübergreifende Wohnprojekt „Nestbau im Vogelkamp“. Die Baugemeinschaft umfasst 17 Wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern vis á vis für ca. 35 Erwachsene, Jugendliche und Kinder – mit unverbaubarem Blick auf das EU-Vogelschutzgebiet Moorgürtel. Hauptthema dieser Baugemeinschaft ist das gemeinschaftliche Leben. Der Architekturentwurf kommt von dem Büro Plan-R Joachim Reinig und war Teil der Architekturbörse der IBA Hamburg.

  • Architekturfotografie Open House - IBA Hamburg GmbH / Bernadette Grimmenstein

    Open House

    Im Reiherstiegviertel ist im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg 2006-2013 das Open House entstanden, ein gemeinschaftlich geplantes Gebäude, das sich dem Stadtteil öffnet und zugleich neuesten Standards des klimaschonenden Bauens verpflichtet. Für das innovative, energieeffiziente Gebäudekonzept und das aktive Engagement wurde die Baugemeinschaft Schipperort e. V. und das Open House mit dem Baugemeinschaftspreis geehrt.

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Elbinselquartier, Spreehafenviertel, Wilhelmsburger Rathausviertel
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Oberbillwerder
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Georgswerder, Spreehafenviertel
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