Fünf Fragen an...
Ronny Warnke, Projektkoordinator bei der IBA Hamburg

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  • 01. Okt 2020
IBA Hamburg GmbH

Er ist einer der dienstältesten Mitarbeiter bei der IBA Hamburg. Ronny Warnke hat viele spannende Projekte geplant und neue Quartiere mitentwickelt. Seine derzeitigen Baustellen: Der Vogelkamp Neugraben und Georgswerder.

Sie arbeiten schon seit zehn Jahren auf dem IBA DOCK, zuerst bei der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg (seit 2008) und jetzt als Projektkoordinator bei der IBA Hamburg GmbH. Was hat sich in der Stadtplanung für Sie seitdem am meisten verändert?

Das ist gerade das Schöne und Spannende an meinem Beruf: Die Veränderungen in unserem Leben, in der Gesellschaft und die Herausforderungen für die Zukunft finden Eingang in die tägliche Arbeit und unsere Planungen für die neuen Quartiere. Der Begriff Stadtplanung hört sich zunächst etwas abstrakt an, denn man denkt sofort an die Planung ganz neuer Städte. Dies ist in meinem Alltag natürlich nicht der Fall, auch wenn wir als IBA Hamburg mit der Entwicklung des neuen Stadtteils Oberbillwerder eine große Aufgabe übernehmen durften. Vielmehr fängt Stadtplanung immer auch im Kleinen an. Dabei spielen Fragen nach dem konkreten Ort, für den eine neue Planung von Wohnungen, Geschäften, Freiräumen, soziale und verkehrliche Infrastruktur erstellt werden soll, eine große Rolle. Was sind die Wünsche der Menschen, die schon im oder neben dem Planungsgebiet leben. Und wie soll das Leben in einem neuen Quartier in der Zukunft gestaltet werden, damit es überaus lebenswert und nachhaltig wird? Vor diesem Hintergrund führen wir eine Vielzahl von Gesprächen, mit Anwohnerinnen und Anwohnern, Gewerbetreibenden, zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern, Vereinen, Institutionen, Behörden. Und dies ist sicherlich ein weiterer spannender Aspekt meiner Arbeit.

Was sind Ihre aktuellen Baustellen?

In Georgswerder bei der Entwicklung des neuen Wohnquartiers ist dies der Abschluss der Arbeiten am neuen Quartiersplatz, der direkt danach von allen Bewohnerinnen und Bewohnern genutzt werden soll. Darauf freue ich mich sehr, denn dieses für den Stadtteil wichtige Vorhaben haben wir bewusst an den Anfang unserer neuen Wohnungsbauentwicklung gestellt. Und im Vogelkamp Neugraben möchten wir bis zum Ende des Jahres alle Straßen und Gehwege im zweiten Bauabschnitt fertigstellen, sodass der öffentliche Raum in diesem Quartiersteil nun seine endgültige Gestaltung erhält.

Welche Projekte kommen als nächstes in Georgswerder?

Vor dem Winter müssen wir noch die Erdarbeiten im neuen Wohnquartier für die Vorbelastungen der zukünftigen Straßen abschließen. Dies sind wichtige Vorarbeiten, damit im nächsten Jahr die neuen Versorgungsleitungen und Straßen gebaut werden können. Daneben bereiten wir die ersten Vermarktungen von zwei Baugemeinschaftsgrundstücken sowie von einem Grundstück für eine neue Kita vor.

Welche Herausforderungen liegen im Vogelkamp Neugraben noch vor Ihnen?

Überaus wichtig für den Vogelkamp ist aus meiner Sicht der Bau des neuen Quartierseinganges, mit dem wir dieses Jahr begonnen haben und bei dem bereits im nächsten Jahr das neue Erschließungsgebäude mit zwei Aufzügen fertiggestellt werden soll. Daneben ist sicherlich der Bau des neuen Zugangsbauwerkes zur S-Bahn Neugraben ca. 200 Meter westlich vom Quartierseingang zu nennen sowie die Entwicklung des gesamten Streifens südlich der Straße Königswiesen. Und der Bau des dritten und letzten Quartiersplatzes wird im Frühjahr nächsten Jahres starten, nachdem vor zwei Monaten bereits der Wohnungsbau an diesem Ort begonnen hat.

Was muss ein neues Quartier in Hamburg aus Ihrer Sicht immer bieten?

Die Entwicklung eines neuen Quartiers, egal ob in Hamburg oder einer anderen Stadt, muss immer von den Menschen und der Funktion für die Stadt aus gedacht werden. Mit jedem neuen Quartier entsteht ein Stadtbaustein, der für viele Jahrzehnte das Leben und die Gestaltung an dieser Stelle prägen wird. Das bedeutet auch, dass neben einer unserer Baukultur verpflichteten Architektur der Gebäude dem öffentlichen Raum eine zentrale Bedeutung zukommt. Hier müssen sorgfältig gestaltete und möglichst vielfach nutzbare Orte entstehen, die das Quartier lebenswert machen und somit Begegnungen zulassen, Spielorte und Treffpunkte zugleich sein können. Darüber hinaus gilt es, den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden und einer notwendigen Mobilitätswende Raum zu geben. An all diesen und weiteren Themen arbeiten wir bei der IBA Hamburg und ich hoffe sehr, dass unsere Quartiere zukünftig genau diesen Ansatz widerspiegeln werden.

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