Fünf Fragen an...
André Rathje, Wilhelmsburger Ruder Club

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  • 05. Mai 2022
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Als 1. Vorsitzender steuert André Rathje seit 2021 den Wilhelmsburger Ruder Club (WRC) am Aßmannkanal mitten im neuen Elbinselquartier. Im engen Austausch mit der IBA Hamburg stellt der Verein sich im wandelnden Umfeld neu auf.

Fünf Fragen an André Rathje

Zeit seines Lebens, in mindestens vierter Generation, lebt André Rathje in Wilhelmsburg. Seit 1988 ist er aktiv im Wilhelmsburger RC, zuerst als Jugendleiter und Juniorentrainer und seit 2021 als 1. Vorsitzender. Auch beruflich ist Rathje dem Wassersport verbunden. Der gelernte Bootsbauer arbeitet als Office Manager bei einem führenden Hersteller von Ruderergometern und Kohlefaser-Riemen und Skulls.

Seine Leidenschaft für das Rudern hat sich auf Rathjes gesamte Familie übertragen. Auch seine Frau und die drei Kinder sind im Wilhelmsburger Revier unterwegs. Der Verein im Elbinselquartier ist so etwas wie ihr zweites zu Hause.

Was macht Rudern in Wilhelmsburg zu etwas Besonderen?

Wilhelmsburg ist ein bunter und vielfältiger Stadtteil und als „Insel der Gegensätze“ bekannt. Die Wilhelmsburger Kanäle unseres Heimreviers: Aßmannkanal, Jaffe-Davids- und der Ernst-August-Kanal sowie die Wilhelmsburger Dove Elbe verbinden und veranschaulichen diese Vielfältigkeit und landschaftlichen Gegensätze. Dieses Revier ist ein Idyll mitten in Wohnen, Industrie und dem ländlichen Wilhelmsburger Osten. Unser Ruderrevier ist durch seine geschützte Lage bei jedem Wetter gut ruderbar. Es ist aber auch durch die recht schmalen Kanäle, engen Brückendurchfahrten und oft im Wasser liegende Bäume sowie durch den zunehmenden Freizeitsport durch Kanus, Tretboote und SUPs auch sehr anspruchsvoll.

Was verändert sich für den WRC durch die neuen Wilhelmsburger Quartiere?

Der Wilhelmsburger Ruder Club hat seit Ende der 1950er Jahre seinen jetzigen Standort am Aßmannkanal. Zwar liegt das Bootshaus recht gut erreichbar für alle Insulaner. Diese Lage ist gefühlt aber auch recht abseits am Rand des Reiherstiegviertels. Durch die neuen Quartiere bzw. das neue Elbinselquartier werden wir mehr in die Mitte des Viertels und auch mehr in den Blickwinkel der Menschen im Stadtteil rücken. Es ist auch davon auszugehen, dass der WRC und damit der Rudersport mehr in die Wahrnehmung der örtlichen Bevölkerung rückt.

Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit der IBA Hamburg aus?

Wir sind seit Jahren im engen Austausch mit der IBA Hamburg – schließlich liegen wir in einem der großen Entwicklungsgebiete auf der Elbinsel. Es wurde zum Glück auch nie in Frage gestellt, dass wir an unserem angestammten Platz bleiben sollen. Wir wurden und werden eng in die Planungen um uns herum eingebunden. Beim Wettbewerb zum neuen Schulzentrum direkt in unserer Nachbarschaft sitzen wir als Sachverständige auch mit in der Jury. Vielleicht lässt sich hier in den nächsten Jahren eine erfolgreiche Kooperation aufbauen. Die IBA Hamburg hat uns auch bei den Planungen zu unserem Neubau des Clubhauses unterstützt. Es war rasch klar, dass wir, wenn sich alles um uns herum verändert, auch in einen Transformationsprozess einsteigen wollten – innerlich wie äußerlich. Die IBA hat ein paar Gestaltungsvorstellungen mit eingebracht: Holzbau und Gründach, was wir sehr begrüßen. Auch Mittel für die Realisierung werden in Teilen seitens der IBA bereitgestellt.

Wo wir bestimmt in den nächsten Jahren noch Abstimmungsbedarf sehen, sind die Gestaltung der Außenanlagen, die Überführung von temporären Zwischenlösungen in endgültige gute für alle nutzbare Freiräume und das Thema Wassersport versus Freizeitnutzungen auf dem Wasser.

Wie steht es um die Planung des neuen Clubhauses?

Nachdem die Hamburgische Bürgerschaft dieses Jahr benötigte Gelder zur Deckung der Kostensteigerungen für den Neubau freigegen hat, haben die Planungen nun wieder Fahrt aufgenommen. Fest sagen lässt sich, dass wir den Sportbetrieb für die gesamte Rudersaison mit dem alten Clubhaus planen können. Wenn nun der Bauantrag in Kürze bewilligt wird, möchten wir davon ausgehen, dass mit dem Neubau Anfang 2023 begonnen werden kann.

Was erhoffen Sie sich von der Entwicklung des Stadtteils insgesamt?

Ich erhoffe mir auf jeden Fall, dass die Menschen, die schon im Stadtteil leben, weiterhin hier gut und gern leben können. Und, dass die neuen Wilhelmsburger gut im Stadtteil ankommen.

Positive Impulse für ein gutes Miteinander in versöhnter Verschiedenheit.

Ich denke, das spiegelt auch die Grundstimmung der Wilhelmsburger Mentalität wider.

Ich erhoffe mir ebenso, dass bei der Entwicklung des Stadtteils viele Grünflächen und Naturräume erhalten bleiben oder gestaltet werden können. Dies macht diesen Stadtteil unter anderem für mich besonders lebens- und liebenswert.

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