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Angsträume, Wahrnehmung und gute Planung

Angsträume, Wahrnehmung und gute Planung

  • Aktuelles
  • 28. Mai 2026
Podcast-Gästin Dr. Anke Schröder sitzt an einem Tisch in einer kleinen Gasse.

Warum fühlen wir uns in scheinbar perfekt geplanten Quartieren manchmal unsicher? Diese Frage steht im Mittelpunkt dieser Podcastfolge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“.

Gastgeberin Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, spricht mit Dr. Anke Schröder, Expertin für urbane Sicherheit und Kriminalprävention. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie Angsträume entstehen, warum Sicherheitsempfinden und tatsächliche Kriminalität oft auseinanderliegen und wie Planung darauf reagieren kann.

Dabei wird deutlich: Angsträume sind selten eindeutig. Dunkle Unterführungen, schlecht gepflegte Orte oder fehlende soziale Kontrolle können Unsicherheitsgefühle auslösen selbst dann, wenn dort keine Straftaten stattfinden. Gleichzeitig spielen persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Prägungen und die konkrete Gestaltung des Raums eine zentrale Rolle. „Ein typischer Angstraum existiert eigentlich in dieser Form nicht, denn es ist ja eine individuelle Empfindung.“

Diskutiert wird, wie Planung das Sicherheitsempfinden beeinflussen kann: fehlende Beleuchtung, unübersichtliche Wegeführungen oder ungepflegte Grünanlagen können Unsicherheit verstärken. Es geht um Lösungen, die über Technik hinausgehen, etwa durch bessere Orientierung, alternative Wege oder die bewusste Gestaltung von Aufenthaltsräumen.

Schröder berichtet vom Konzept einer interdisziplinären stadträumlichen Begehung „Walk around your hood“. Dabei wechseln Teilnehmende bewusst die Perspektive. „Dann kann man sich auf Augenhöhe über die wirkliche Nutzung des öffentlichen Raums unterhalten.“ So wird sichtbar, wie sich Planung beispielsweise aus Sicht einer älteren Frau, eines Kindes oder einer jungen Frau auf dem Heimweg anfühlt. Sicherheit entsteht vor allem durch Nutzung, Sichtbarkeit und ein gutes Zusammenspiel von Gestaltung und sozialem Miteinander.

Im Gespräch wird außerdem deutlich, dass Städte stärker vom Menschen her gedacht werden müssen: weg von rein technischen oder verkehrlichen Fragestellungen, hin zu Aufenthaltsqualität, Orientierung und Teilhabe. „Ein guter und sicherer Ort für mich ist ein Ort, an dem ich kommunizieren kann […] so viel Nähe wie möglich und so viel Distanz wie nötig.“

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