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Wilhelmsburger Rathausviertel

 

Wilhelmsburger Rathausviertel (Dratelnstraße): Wohnen für alle - mitten in Wilhelmsburg

 

 

 

Mitten in Wilhelmsburg, zwischen Rathauswettern, Drateln-, Rotenhäuser- und Neuenfelder Straße, in fußläufiger Entfernung zur S-Bahn-Station Wilhelmsburg wird ein qualitätvolles, zukunftsfähiges und nachbarschaftliches Quartier entstehen. Sowohl den Menschen, die schon in Wilhelmsburg wohnen als auch denen, die neu hinzuziehen, wird es zukünftig eine lebenswerte Heimat bieten. Durch die zentrale Lage wird das Gebiet zum wichtigen Scharnier zwischen der neugeschaffenen Wilhelmsburger Mitte und dem angrenzenden Projektgebiet Nord-Süd-Achse mit seinen städtebaulich-freiraumplanerischen Potenzialen.

 

Wettbewerb mit integriertem Beteiligungsverfahren "Wohnen für alle - mitten in Wilhelmsburg"

 

Im September 2015 startete das Wettbewerbsverfahren "Wohnen für alle - mitten in Wilhelmbsurg" mit einer Gläsernen Werkstatt. Seitdem arbeiteten vier Teams aus Stadtplanern und Landschaftsarchitekten an Entwürfen für ein neues Wohnquartier. Am 9. Dezember 2015 vergab die hochrangig besetzte Jury einstimmig den 1. Preis an den Entwurf von DeZwarteHond und RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten.

 

Die IBA Hamburg GmbH hatte diesen kooperativen städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb in Einvernehmen mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte und der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen ausgerichtet. Er zeichnete sich durch ein besonderes, vorgeschaltetes Beteiligungsverfahren in enger Kooperation mit "Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinseln" und dem Beirat für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg sowie durch eine Gläserne Werkstatt im September und Dezember aus. Auf diese Weise konnten die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger unmittelbar in die Wettbewerbsauslobung und die Entwürfe einfließen. Die Entscheidung für den Siegerentwurf wurde somit nicht nur vom Preisgericht einstimmig getroffen, sondern war identisch mit dem bereits am Vortag abgegebenen Stimmungsbild der Bürgerinnen und Bürger.

 

Der Siegerentwurf

 

Der Entwurf von DeZwarteHond und RMP knüpft an vorhandene Qualitäten (z.B. durch die Lage am Inselpark, den Rathauswettern und der Nähe zum S-Bahnhof) an und stützt sich auf vier Grundprinzipien:

 

1. Stadt entsteht durch öffentlichen Raum. Die öffentlichen Straßenräume erhalten eine eindeutige Identität und Qualität. Dadurch entstehen innerhalb der Baufelder Freiheiten, welche erlauben auf die Wünsche der Bewohner und Projektentwickler flexibel reagieren zu können.
2. Ein feinmaschiges Straßen- und Wegenetz generiert ausreichend "kritische" Masse um ein Quartier mit einer eigenen Identität und großer Vielfalt zu schaffen.
3. Die Ausnutzung der Baufelder orientiert sich an der Qualität des vorhandenen Grüns und der Nähe zum ÖPNV: Je hochwertiger das Grün desto höher die Dichte.
4. Die Größe und Orientierung der Baufelder variiert stark. Dies garantiert in der architektonischen Umsetzung ein großes Maß an Diversität.

 

Ausgehend von diesem Prämissen wird ein Quartier entworfen, das über 1.300 Wohneinheiten auf rund 32 ha Fläche vorsieht, dazu eine Kindertagesstätte, Studierendenwohnungen, Gewerbe- und Freiflächen. Möglich wird dies infolge der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße. Der Straßendamm wird bis auf einige trapezförmige Erhebungen abgetragen, um den barrierefreien Anschluss des Quartiers an den vom Inselpark entlang der Rathauswettern bis zum Ernst-August-Kanal führenden Grünzug zu ermöglichen. Durch eine verspringende westliche Bebauungskante und den Ausbau der vorhandenen, von Ost nach West im Gebiet verlaufenden Wettern, entstehen extra "Randlängen". Sie erweitern die bestehende Parklandschaft, damit die zukünftigen Quartiersbewohner und restlichen Wilhelmsburger diese besondere Qualität genießen können. Die trapezförmigen Erhebungen sollen als so genannte "Jokerflächen" den zukünftigen Bewohnern die Möglichkeit geben über die Nutzung zu entscheiden und diese später selbst zu gestalten.

 

Der Entwurf sieht verschieden große Baublöcke und unterschiedliche Gebäudetypologien vor - vom Reihenhaus über den typischen Geschosswohnungsbau bis hin zu Hofhäusern und kleinen Solitären. Jedes Baufeld soll mit einem Mix aus Eigentumswohnungen und Mietwohnungen bebaut werden. Diese Mischung sorgt für ein lebendiges Viertel in dem jeder nach seinem Geschmack und seinen individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten eine Wohnung und eine Heimat finden kann.