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Elbinselquartier

 

Elbinselquartier (Nord-Süd-Achse)

 

Im Herzen der Elbinsel Wilhelmsburg, zwischen Ernst-August-Kanal, Aßmannkanal, Jaffe-Davids-Kanal sowie der Rotenhäuser Straße liegt das ca. 47 Hektar große Projektgebiet Elbinselquartier (Nord-Süd-Achse). Ziel für dieses Gebiet ist eine integrierte, kooperative Quartiersentwicklung mit der ein sozial und funktional gemischt genutztes Quartier entsteht, in dem die verträgliche Nachbarschaft von Wohnen, Gewerbe, Kleingartenanlagen, Freiflächen und Bildungs- sowie Betreuungseinrichtungen bei gleichzeitig hohen energetischen Standards zu einem besonderen Markenzeichen hoher urbaner Lebensqualität wird.

 

Bis Mitte 2019 wird die Wilhelmsburger Reichsstraße ca. 500 Meter nach Osten auf nicht mehr benötigte Flächen der Bahntrasse verlegt und damit eine den Stadtteil trennende Barriere aufgehoben. Eine Herausforderung bei der Entwicklung des Gebietes stellt dabei die Berücksichtigung der vorhandenen Gewerbebetriebe sowie die Integration der Kleingartenanlagen und des Ruderclubs am Aßmannkanal dar. Denn Ziel für das Quartier ist insbesondere eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Die vorhandenen Kleingartenflächen werden dafür teilweise in ihrer Größe optimiert oder nördlich des Ernst-August-Kanals verlagert, wobei die bisherige Anzahl der Parzellen insgesamt bestehen bleibt. Die auf den Privatgrundstücken befindlichen Gewerbebetriebe sollen in die Planung integriert werden. Ziel ist es, ein Quartier zu schaffen, in dem sich die Interessen aller Beteiligten wiederfinden und in dem sich neue Bewohner, Alteingesessene, Anwohner, Gewerbetreibende, Beschäftigte und Freizeitbegeisterte gleichermaßen wohlfühlen.

 

Das Verfahren

 

Von Anfang April 2016 bis Mitte Juli 2016 führte die IBA Hamburg GmbH in Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Bezirksamt Hamburg-Mitte den städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb "Auf gute Nachbarschaft - Wohnen und Arbeiten zwischen den Kanälen" durch. Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, mit der bereits vor Erstellung der Auslobungsunterlagen begonnen worden ist, wurde dem Projekt "Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinseln" der Stiftung Bürgerhaus Wilhelmsburg und seinen Kooperationspartnern, dem Beirat für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg und dem vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V., übertragen. Details und Ergebnisse zum Beteiligungsverfahren finden Sie unter www.perspektiven-elbinseln.de.

 

Der Wettbewerbsgewinner: Hosoya Schaefer Architects AG, Zürich mit Agence Ter, Paris/Karlsruhe

 

Am 14. Juli 2016 entschied sich das Preisgericht, bestehend aus acht Fachpreisrichtern sowie fünf Sachpreisrichtern unter Vorsitz der Architektin Prof. Julia Bolles-Willson mit nur einer Gegenstimme für den Entwurf von Hosoya Schaefer Architects AG mit Agence Ter. Zwei Tage zuvor haben die sieben teilnehmenden Planungsbüros Ihre Entwürfe in einer öffentlichen Abschlusspräsentation vorgestellt. Über 100 Bürgerinnen und Bürger setzten sich daraufhin mit den Entwürfen auseinander und sprachen sich ebenfalls dafür aus, dass der Entwurf von Hosoya/Schaefer und Agence Ter - neben zwei weiteren Entwürfen - die Belange des Stadtteiles am besten umsetzt.

 

Der Entwurf überzeugt insgesamt durch die qualitätsvolle städtebauliche, verkehrliche und freiraumplanerische Umsetzung der zu erhaltenden Grünräume zu einem sehr gelungenen neuen Quartier mit einer guten Dichte und Vielfalt an Wohnflächen, einem richtig und klug gesetzten Quartiersmittelpunkt sowie Schul- und Freizeitflächen und einer guten nachbarlichen Anbindung an das Reiherstiegviertel. Das freiraumplanerische Konzept, den Freiraum entlang des Assmannkanals durch die Bildung von grünen "Fingern" mit dem neuen Quartier zu verzahnen, garantiert einen guten Zugang zum Kanal. Somit wird dieser als Erholungsraum für das gesamte Gebiet zugänglich.

 

Innerhalb seiner städtebaulichen Struktur bietet der Entwurf eine vielfältige Anzahl unterschiedlicher Gebäudetypologien: weitgehend geschlossene Blockrandstrukturen gegen Schallimmissionen im Norden und Osten, aufgelockerte Strukturen nach Westen zum Assmannkanal sowie die Kombinationen aus Wohnzeilen mit kleineren gewerblich genutzten Gebäuden. Die im Nord-Westen verortete Schulnutzung ist in Verlängerung der Mannesallee sehr gut platziert und bildet zusammen mit dem Ruderclub, den Freizeitflächen, den Freiräumen und dem nördlich gelegenen Biergärten eine sehr gelungene zusammenhängende Schul- und Freizeitnutzung mit bester Anbindung über eine neue Brücke an die Mannesallee und das Reiherstiegviertel.

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