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Oberbillwerder

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Oberbillwerder

 

Die Sicherung der guten Wohn- und Lebensverhältnisse in der Stadt bei gleichzeitiger Schaffung zusätzlichen Wohnraums sind vor dem Hintergrund der "wachsenden Stadt Hamburg" die wichtigsten Herausforderungen. Hierzu bedarf es zweier, sich ergänzender Strategien: Die Verdichtung im Inneren "Mehr Stadt in der Stadt", um das Wachstum in die bestehenden Quartiere mit guter Infrastruktur zu lenken. Und Hamburgs Erweiterung in seinen äußeren Stadtgebieten hin zu mehr Urbanität unter dem Stichwort: "Mehr Stadt an neuen Orten". Vor diesem Hintergrund hat der Senat die IBA Hamburg GmbH mit der Erstellung eines Masterplans für das Gebiet Oberbillwerder beauftragt. Diese Phase umfasst auch die Aufstellung eines Kosten- und Finanzierungsplans und eine intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.

 

 

Ein neuer Stadtteil für Hamburg

Mit ca. 124 ha ist Oberbillwerder nicht nur Hamburgs zweitgrößtes Stadtentwicklungsprojekt, es wird auch der 105. Stadtteil der Hansestadt und soll etwas ganz Besonderes werden: Gewünscht sind lebendige Nachbarschaften mit einer großen Vielfalt für Wohnen, Arbeit, Bildung, Freizeit, Sport und Erholung. Eine Herausforderung besteht darin, Landschaft und Wohnen zu verzahnen. Mit der Entwicklung des neuen Stadtteils bietet sich die Chance, zusätzlich zu einem vielfältigen Wohnungsangebot neue, attraktive Arbeitsstätten für die heutigen und künftigen Bergedorfer und die gesamte Hamburger Bevölkerung zu schaffen. Oberbillwerder soll unterschiedliche Bewohner nach Herkunft, Einkommen, Alter und Lebenslage ansprechen. Verschiedene Angebote vom studentischen bis zum barrierefreien Wohnen, vom Eigentum- bis zum geförderten Mietwohnungsbau kommen hier in Frage. Gegenstand des Planungsprozesses sind auch Fragen zu Dichte, Höhe oder städtebaulichen Zielbildern für den neuen Stadtteil. Zukunftsweisende Konzepte im Bereich Nachhaltigkeit, Mobilität und Energie- sowie Wärmeversorgung sollen in den Planungen Berücksichtigung finden.

 

Ein Masterplan für Oberbillwerder

 

Die Größe des Plangebietes Oberbillwerder und die Bedeutung des neuen Stadtteils für Hamburg erforderten ein EU-weites Verfahren. Es startete im Sommer 2017 mit einem Teilnahmewettbewerb, bei dem sich 12 international renommierte Planungsteams, bestehend aus den Disziplinen Stadtplanung, Landschaftsplanung und Architektur für die Teilnahme am Wettbewerblichen Dialog qualifizierten. Die 100seitige Aufgabenstellung legte dabei alle wichtigen Kriterien fest und erforderte eine intensive Auseinandersetzung mit dem Plangebiet.

Der Wettbewerbliche Dialog als Grundlage für den Masterplan ermöglichte die Fortführung des bereits Ende 2016 begonnenen, offenen und transparenten Planungsprozesses und lud Bürgerinnen und Bürger in vier öffentlichen Veranstaltungen ein, ihre Meinung zu den Entwürfen abzugeben (link Mitwirkung). Ein hochrangig besetztes Beratungsgremium aus Politik- und Bürgervertretern sowie profilierten Fachleuten sprach sich im Februar für vier Entwürfe aus, deren Verfasser dann in einer zweiten Dialogphase ihre Leitideen weiter schärften und die städtebaulich-freiraumplanerischen Details vertieften.

 

Nach insgesamt siebenmonatiger Bearbeitungszeit hat das Beratungsgremium am 24. Mai mit einem eindeutigen Votum von 18:2 den Entwurf des Planungsteams

 

ADEPT ApS mit Karres+Brands und Transsolar Energietechnik GmbH

 

ausgewählt. Aus diesem soll nun bis Ende des Jahres der Masterplan Oberbillwerder entwickelt werden. Das Verfahren Wettbewerblicher Dialog ist damit abgeschlossen.

 

Besonderheiten des Entwurfs: Der Entwurf "The Connected City" ist eine Vision, in der die neue Stadtstruktur die bestehende Landschaftsstruktur aus linearen Entwässerungsgräben aufgreift. Die blau-grünen Adern schlängeln sich durch den neuen Stadtteil und prägen die öffentlichen Räume. Das Planerteam schlägt direkt an der S-Bahnstation Allermöhe eine gläserne Markthalle, an die sich das Bahnquartier mit einem kommerziellen Zentrum anschließt, vor. Hier finden sich Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomieangebote und ein Schwimmbad, welches fußläufig von der S-Bahn erreichbar ist. Alle öffentlichen Funktionen wie Schulstandorte und Kitas sind entlang eines Grünen Loops angeordnet und können auch ohne Auto problemlos erreicht werden. Während die Bau- und Nutzungsdichte an der S-Bahnstation deutlich höher ist, nimmt sie zum landschaftlich geprägten Stadtrand deutlich ab. Hier entstehen neue Kleingartenanlagen, Townhouses und naturnahe Spielplätze, die einen behutsamen Übergang in die historische Kulturlandschaft Billwerders ermöglichen. Im Osten entstehen ein großzügiger Aktivitätspark als zentrale öffentliche Sportanlage, im Westen ein Blauer Sportpark, der bei Starkregenereignissen geflutet werden kann. Zur Reduzierung des Verkehrs sind an mehreren Stellen Mobilitätsstationen und City Hubs zur Anlieferung von Waren oder Paketen vorgesehen. Am S-Bahnhof Allermöhe sind neue Bike & Ride Abstellmöglichkeiten geplant. Der Kfz-Verkehr wird über eine Haupt-Ringstraße geführt und über drei Anbindungen an das vorhandene Straßennetz angeschlossen. Öffentliches und privates Parken ist in mehreren Quartiersgaragen vorgesehen. Dadurch werden das Zentrum und viele Teilquartiere vom motorisierten Verkehr deutlich entlastet. Für Fußgänger und Radfahrer sind unter dem Bahndamm Richtung Süden mehrere Durchstiche sowie eine neue Brücke zum Skatepark in Neuallermöhe vorgesehen. Die Planer schlagen zudem zahlreiche Brücken und Wegeverbindungen über die neuen Entwässerungsgräben vor.

 

 

Die vier Planungsteams der zweiten Dialogphase waren:

  • ADEPT ApS (Kopenhagen, Guangzhou/CN) mit Karres+Brands (Hilversum/NL) & Transsolar Energietechnik GmbH (Stuttgart)
  • Ammann Albers StadtWerke GmbH (Zürich/CH) mit HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH (München)
  • De Zwarte Hond (Groningen/NL) mit RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten (Bonn, Köln, Hamburg, Mannheim, Berlin)
  • KCAP Architects & Planners (Rotterdam/NL) mit Kunst+Herbert_Büro für Forschung und Hausbau (Hamburg) und gmp International GmbH & WES LandschaftsArchitektur (Hamburg) & Arup Deutschland (London, Berlin, Düsseldorf)

 

 

Mitwirkung

Die IBA Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, umfassend über den gesamten Planungsprozess für Oberbillwerder zu informieren und zur Mitwirkung einzuladen. Dazu zählen u. a. Veranstaltungen, Gespräche mit Vereinen und Initiativen, zielgruppengerechte Workshops, Angebote der Online-Beteiligung, eine öffentliche Ideenwerkstatt und aufsuchende Befragungen in Bergedorf. Auch im Rahmen des wettbewerblichen Dialogs wurde immer wieder der Austausch mit der Zivilgesellschaft gesucht und Feedback zu den Entwürfen wurden in den jeweiligen Phasen an die Planungsteams übermittelt. Das gesamte Verfahren wurde und wird fortlaufend dokumentiert. Insgesamt wird sich der Planungs- und Realisierungsprozess Oberbillwerders voraussichtlich über 10 bis 15 Jahre erstrecken. In diesem Zeitraum wird es immer wieder Möglichkeiten zur Verfeinerung geben.