Vogelkamp Neugraben: Naturverbundenes Wohnen für alle Generationen
Gesamtfläche:
70 ha
Wohneinheiten:
ca. 1.950
Freiraum:
ca. 7,5 ha
Arbeiten BGF:
ca. 15.000 m²
Der Vogelkamp Neugraben hat mit seiner Stadtrandlage in der direkten Nachbarschaft zu dem ökologisch bedeutenden Natur- und EU-Vogelschutzgebiet Moorgürtel eine einmalige Lage. Gleichzeitig besteht eine hervorragende Verkehrsanbindung und eine direkte Nähe zum Neugrabener Zentrum (Karte). Mit dem Bürgerzentrum BGZ Süderelbe und einem großen Park mit Sport- und Spieleband befindet sich ein vielseitiges Bildungs- und Freizeitangebot direkt vor Ort. Rund 1.950 Wohneinheiten entstehen in einem familienfreundlichen Mix aus Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern sowie einigen Mehrfamilienhäusern. Mit fünf Kitas, unterschiedlichen Quartiersplätzen, einer Mobilitätsstation und vielen gestalteten Grünflächen ist der Vogelkamp Neugraben ein lebenswertes Quartier am Stadtrand. Der überwiegende Teil des Quartiers ist vermarktet und die meisten Bewohner:innen haben ihr neues Heim bereits bezogen.
Im Westen und Süden des Quartiers befindet sich das Teilgebiet „Königswiesen“, für das aktuell neues Planrecht geschaffen wird. Die Vermarktung der Grundstücke soll in den kommenden Jahren stattfinden.
Kontakt
Ronny Warnke
Leitung Quartiersentwicklung Vogelkamp Neugraben, Wilhelmsburg
Impressionen aus dem Quartier
Der Vogelkamp Neugraben befindet sich im Stadtteil Neugraben-Fischbek im Bezirk Harburg und profitiert von seiner direkten Lage an der S-Bahn-Station Neugraben. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Bildungs- und Gemeinschaftszentrum (BGZ) Süderelbe erstreckt sich ein rund fünf Hektar großer Stadtteilpark. Neben einem Kinderspielplatz bietet dieser vielfältige Sport- und Freizeitangebote, darunter ein Multifunktionssportfeld für Fußball, Streetball und Basketball, ein Beachvolleyballfeld sowie einen öffentlich zugänglichen Parcours-Spot.
Städtebaulich wird das Quartier durch den zentralen Stadtteilpark sowie drei Quartiersplätze geprägt. Diese bilden zusammen mit den im Wohngebiet verteilten Nachbarschaftsplätzen wichtige Treffpunkte und Orte des Austauschs für die Bewohner:innen. Nach Norden öffnet sich das Quartier mit weiteren Quartiersplätzen zur angrenzenden Landschaft und zum Naturschutzgebiet. Dadurch entstehen großzügige Freiräume mit hohem Erholungswert.
In den vergangenen Jahren wurden im Vogelkamp Neugraben rund 1.550 Wohneinheiten realisiert. Ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung war die Vergabe zahlreicher Einfamilienhausgrundstücke an Familien, die heute das Quartier prägen. Zur Sicherung einer hohen städtebaulichen und architektonischen Qualität sowie zur Förderung stabiler Nachbarschaften wurden bei der Grundstücksvergabe gezielt Qualitätsstandards angewendet (siehe hierzu auch „Qualitäten im Einfamilienhaussektor“).
Perspektivisch ist die Entwicklung weiterer Wohnbauflächen im südlichen und westlichen Bereich des Quartiers vorgesehen. Dort sollen rund 400 zusätzliche Wohneinheiten entstehen (siehe hierzu auch „Teilgebiet Königswiesen“).
Im Zuge der Realisierung des neuen Wohnquartiers Vogelkamp Neugraben hat sich die Notwendigkeit für eine Umplanung und Nachverdichtung des insgesamt rund 8,1 ha großen Teilgebietes Königswiesen im Süden und Westen des Quartiers Vogelkamp Neugraben herausgestellt. Vor diesem Hintergrund ist auch ein neues Bebauungsplanverfahren (Neugraben-Fischbek 75) erforderlich. Die Vorweggenehmigungsreife des Bebauungsplanes wird für das Jahr 2027 angestrebt. Im Jahr 2022 startete ein städtebauliches Wettbewerbsverfahren, mit dem die bestmögliche Lösung für die vielen Rahmenbedingungen im Plangebiet gefunden werden sollte. Anfang 2023 entschied eine Jury über den 1. Preisträger. Auf Basis dieses Beitrags schloss sich die Funktionsplanung an, die heute Grundlage für die Entwicklung ist. Insgesamt sollen ca. 400 Wohneinheiten in Mehrfamilien- und Reihenhäusern entstehen. Die Vermarktung der ersten Flächen beginnt voraussichtlich 2027.
Respektvoller Umgang mit der Natur: Lernen – Leben – Nachbarschaft stärken
Für den Vogelkamp Neugraben (ebenso wie für den Fischbeker Heidbrook) hat die IBA Hamburg die Marke Naturverbunden Wohnen entwickelt, ausgehend von der unmittelbaren Nähe zu zwei großen Naturschutzgebieten. Mehr als nur ein Slogan, spiegelt sie auch eine Haltung wider und will zu einem angemessenen Umgang mit der Natur anregen sowie die Bildung von Nachbarschaften fördern. Daher setzt sie von Beginn an auf Bildungsangebote und Nachbarschaftsaktivitäten. Selbstverständlich spielt das naturverbundene Wohnen ebenfalls in der ganzheitlichen Quartiersentwicklung in vielen Bereichen (Wohnen, Freiraum, Mobilität, Energieeffizienz) eine Rolle.
Hier einige Beispiele:
Kooperationen mit dem NABU:
- Infoveranstaltung zur naturnahen Gartengestaltung gemeinsam mit dem NABU – Von der insektenfreundlichen Pflanzenwahl zum Schwalbennistkasten am Fahrradschuppen (jährlich)
- Willkommenspaket mit Informationsmaterial zu Naturthemen des NABUs
- Bau eines Naturlehrpfads zur Stadtnatur und dem Naturschutzgebiet gemeinsam mit dem NABU
- Familienführungen durch die Naturschutzgebiete Moorgürtel durch den NABU (jährlich)
- Installation eines Storchenhorsts
Bildungs- und Informationsangebote:
- Infoveranstaltung zum Regenwassermanagement und der oberflächennahen Entwässerung auf dem privaten Grundstück (jährlich)
- Kinder sähen eine bienenfreundliche Blumenwiese im Vogelkamp Neugraben
- Regelmäßige Informationen zu ausgewählten Themen im Neuigkeiten-Mailing
Naturverbunden Wohnen in der Quartiersentwicklung
Folgende Auflagen und Regelungen sind für beide Quartiere festgelegt worden, um das Ziel eines nachhaltigen und wertbeständigen Wohnquartiers zu erreichen:
- Oberflächennahe Entwässerung mit Mulden und Gräben, um Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu bieten und den natürlichen Wasserkreislauf zu stärken
- Eine möglichst geringe Flächenversiegelung auf privaten Grundstücken und im öffentlichen Raum
- Energiestandard aller Neubauten liegt bei KfW 55 oder besser
- Anschluss sämtlicher Neubauten an ein Wärmenetz in Kraft-Wärme-Koppelung/Abwärme
- Angebote für Elektro-Carsharing
- Heimische Pflanzen als Hecken zur Einfriedung der Grundstücke bieten Lebensraum für Tiere
- Sicherung des Baumbestands mit einer Vielzahl an Maßnahmen
- Neue Baumpflanzungen auf allen Grundstücken sowie auf den öffentlichen Plätzen und in allen Straßen
Um die Qualität der Quartiersentwicklung auch im Einfamilienhaussektor zu sichern, ein harmonisches und gestalterisch hochwertiges Gesamtquartier entstehen zu lassen sowie stabile Nachbarschaften zu fördern, wurden für den Vogelkamp Neugraben zwei besondere Verfahren entwickelt und angewendet: die Architekturbörse und der Hauskatalog. Im Rahmen der Architekturbörse war der Erwerb eines Grundstücks im zweiten Bauabschnitt an die Umsetzung eines Architekturentwurfes gekoppelt. Mit diesem erstmalig in Hamburg angewandten Verfahren wurde der Fokus über den reinen Grundstücksverkauf hinaus auf die Realisierung hochwertiger und bezahlbarer Architektur gelegt. Sieben Architekturbüros stellten insgesamt 14 Entwürfe für Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser sowie Doppelhäuser und freistehende Einfamilienhäuser vor. Zu den beteiligten Architekturbüros gehören BEL, DFZ ARCHITEKTEN, Prof. Hirche Architekten, Wacker Zeiger Architekten, czerner götsch architekten, Heyden und Hidde Architekten und das Plan-R-Architektenbüro Joachim Reinig.
Der Hauskatalog „Unsere Vorschläge für naturverbundenes Wohnen“ ist eine Weiterentwicklung der Architekturbörse und kam in den weiteren Bauabschnitten zur Anwendung. Ziel war es, den Bauherr:innen mehr Auswahlmöglichkeiten zu bieten und den Prozess zu vereinfachen, aber dennoch die Qualität zu sichern.
Im Hauskatalog waren Häuser zu finden, die bezugsfertig von Fertighausanbietern angeboten wurden und dabei den Qualitäts- und Gestaltungsansprüchen für die Quartiersentwicklung entsprechen. Alle Entwürfe verfügten über den Energiestandard KfW 55 oder besser. Die Auswahl der Angebote erfolgte durch ein hochkarätig besetztes Auswahlgremium mit Vertreter:innen unterschiedlicher Behörden und freien Architekt:innen. Neben der Umsetzung eines dieser Häuser bestand auch die Möglichkeit sich mit einem eigenen Architektenentwurf zu bewerben. Ein Gestaltungsbeirat, ebenso besetzt mit Vertreter:innen unterschiedlicher Behörden und freien Architekt:innen, wachte über die Qualität der Entwürfe und entschied, ob diese im Quartier umgesetzt werden dürfen.
Für die weiteren Projekte im Gebiet werden die Architekturbörse und der Hauskatalog nicht mehr angewendet. Die IBA Hamburg sichert jedoch weiterhin mit einer Qualitätskontrolle die Umsetzung der gestalterischen Vorgaben.
Naturverbunden Wohnen
Wie geht es weiter?
Der nächste Schritt wird die Vermarktung des ersten Baufeldes in den Königswiesen sein, die nach Abschluss des Bebauungsplanverfahrens Neugraben-Fischbek 75 beginnen kann.
Die IBA Hamburg informiert jährlich in einem öffentlichen Projektdialog über den aktuellen Planungsstand und beantwortet die Fragen von Bürger:innen.
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