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Kunstplattform

Kreatives Quartier Elbinsel

Probewohnen in Wilhelmsburg - Kunstplattform, Bild: Anna Mieves Raum der Ideen - Kunstplattform, Bild: Kunstparcours 2010: Projekt "Wie fühlt sich zu Hause an" - Kunstplattform, Bild: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt Akademie einer anderen Stadt in Wilhelmsburg - Kunstplattform, Bild: Gärten für alle! - Kunstplattform, Bild: Laden Kultur l Natur

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Kunstplattform der IBA Hamburg

 

Von 2008 - 2012 widmete sich die Kunstplattform der IBA Hamburg der Schnittstelle von Stadtentwicklung, Kunst und Alltagsleben. Dabei standen die Bevölkerung und ihre Lebensräume vor Ort im Mittelpunkt der künstlerischen Projekte.

 

Das Format setzte auf Kunst als wichtigen Bestandteil von nachhaltigen Stadtentwicklungsprozessen, indem es zentrale Themen der Stadtentwicklung mit den Mitteln der bildenden Kunst aufgriff, kritisch hinterfragte und bislang unbekannte Sichtweisen auf bestehende Themen der IBA Hamburg ermöglichte. Ziel war es, einen Dialog zwischen bildender Kunst, Stadt und ihren Bewohnern zu stiften. Dabei sollten die lokale Bevölkerung, ihre Belange und Konflikte sowie ihre Lebensräume zum Ausgang von künstlerischen Fragestellungen werden. In der Umsetzung fanden nicht nur vielfältige Begegnungen und Einbeziehungen von Bürgern der Elbinseln mit bildender Kunst statt, sie wurden auch bewusst mit lokalen, regionalen sowie internationalen Künstler aus aller Welt zusammengebracht.

 

 

Kultur l Natur 2008

 

2008 fand die Kunstplattform erstmals unter dem Motto „Kultur l Natur“ statt, durchgeführt von dem unabhängigen Kuratorenteam Anke Haarmann und Harald Lemke. Am Beispiel des Verhältnisses von „städtischer Kultur“ und „bedrohter Natur“ stellten die Kuratoren kooperative Planungsprozesse, künstlerische Interventionen und philosophische Reflexionen zum IBA-Leitthema „Stadt im Klimawandel" vor. Alle Projektergebnisse wurden zwischen dem 16. August und dem 14. September 2008 präsentiert.

 

Mit dem Projekt „Strip - Plakatstrecke“ suchte ein Plakat-Aufruf nach Motiven zur Frage „Wie sieht die Stadt im Klimawandel aus?“. Mehr als 100 Einsendungen wurden als Großplakate im Hafen auf der Strecke zwischen Wilhelmsburg und Elbtunnel ausgestellt, um auf den gewünschten Fahrradweg aufmerksam zu machen. Die Galerie im öffentlichen Raum gab dem Wunsch nach dem Fahrradweg, der schließlich Anfang 2012 realisiert wurde, bereits eine hohe symbolische Sichtbarkeit.

 

Im „Archiv der Künste“, der bis dahin ungenutzten und heute als Bar bekannten „Tonne“ am Veringkanal, wurden Arbeiten von Ton Matton, Josepf Beuys, Elisabeth Richnow, Dan Peterman, Malte Willms, Lili Fischer, der Galerie für Landschaftskunst, Nana Petzet sowie Kathrin Milan präsentiert. Alle hatten in der Vergangenheit zu den Themen Klima, Natur und Nachhaltigkeit gearbeitet. Weitere dezentrale Arbeiten wurden im Rahmen der „künstlerischen Projekte“ gezeigt. Neben internationalen Künstlern wie Susan Leibovitz Steinman, Ala Plastica oder dem Critical Art Ensemble, waren auch kulturelle lokale Initiativen anlässlich von Kultur | Natur eingeladen worden, ortsbezogene Projekte zu entwickeln.Ergänzt wurde das Programm von Kultur l Natur durch die „Ausflüge des Denkens“, die jeden Sonntag während der vierwöchigen Laufzeit am Archiv der Künste starteten und zu Erkundungsreisen mit namhaften Theoretikern sowie lokalen Experten einluden.

 

Das komplette Programm von Kultur l Natur findet sich im 2009 beim jovis Verlag erschienen Katalog „Kultur I Natur - Kunst und Philosophie im Kontext der Stadtentwicklung. 

 

Akademie einer anderen Stadt 2009-2011

 

Im Januar 2009 wurde Ute Vorkoeper als Kuratorin ausgewählt, die die Kunstplattform mit ihrer Co-Kuratorin Andrea Knobloch unter dem Motto „Akademie einer anderen Stadt“ auch in 2010 gestaltete.

 

Die "Akademie einer anderen Stadt" verstand sich als künstlerisches Projekt und Bildungsidee zugleich. Sie setzt sich für eine freie und doch nachhaltige künstlerische Auseinandersetzung mit der Stadt der Gegenwart ein. Unter dem Motto „Zeichen von Respekt“ hatte die Akademie einer anderen Stadt im Jahr 2009 eine Fülle von Formaten entwickelt, die ein sozial wie kulturell vielfältiges Publikum ansprachen. In einer Großausstellung auf 2.000 qm in den Veringhöfen konnte internationale Kunst im Dialog mit herausragenden Kunstprojekten aus Hamburger Schulen und Stadtteilen erfahren werden. Das Führungsprogramm, das sich insbesondere an Schulen und Integrationskurse wandte, hat Menschen verschiedenen Alters mit vielfältigen kulturellen Hintergründen für diese Ausstellung begeistert. Darüber hinaus regten das „Wandernde Akademiebüro“, die „Akademie vor Ort“ sowie das Filmprogramm "Über Glaubenskulturen" Menschen im Stadtteil dazu an, das besondere Wissen und Können, aber auch die Religion ihrer Nachbarn an besonderen Orten kennenzulernen.

 

Unter dem Titel „Aussicht auf Veränderungen“ setzte die Akademie im Jahr 2010 auf die Erkundung und Erfahrung der jeweils anderen Elbseite und damit auf den Austausch zwischen den Elbinseln und anderen Hamburger Stadtbezirken. Im Herbst 2010 lud sie auf einen Kunst-Parcours quer durch Hamburg - mit der Bahnlinie S3 als Ausstellungsshuttle. Wer sich auf den Weg gemacht hatte, konnte rund um die S-Bahnstationen Altona, Landungsbrücken, Veddel, Wilhelmsburg und Harburg vergangene wie kommende Veränderungen erfahren, die Sprachen der Stadt hören, verborgenem Wissen begegnen und zuletzt Stadtkultur im Wandel erleben.

 

Auf dem Kunst-Weg durch die Stadt begegneten Besuchern und Gästen Performances aus dem Hochparterre, Stadt-Filme in China-Restaurants, dem voll bebilderten Alten Elbtunnel, Kurzfilmen im S-Bahnhof, Zeichnungen auf Großwerbeflächen, schwimmenden Diskokugeln im Hafen, einer Kirche voller Häuser, einer Wohnung über Flucht und Migration, einem Buswartehäuschen als Kaleidoskop, einer luftigen Loggia auf einem Parkhaus – und vielen anderen neuen Aussichten auf Hamburg. Erkundungstouren mit Stadtplanern, Ethnografen und Historikern, die bekannte Stadträume aus ungewohnten Perspektiven zeigten, ergänzten das Programm.

 

Zu den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern in 2010 gehörten: Nevin Aladag - Bewohner/innen der Elbinseln und Altonas - Dorothea Carl -Esra Ersen - Geelke Gaycken - Ólafur Gíslason - Christian Hasucha - Andrea Knobloch -Thomas Köner – KurzFilmSchule – Daniela Lehmann Carrasco - Christine Lemke -Katharina Lüdicke - Katrin Ströbel - Sonja Vordermaier - Thomas Wiczak - Gundi Wiemer -Moira Zoitl - Schüler/innen und Lehrer/innen aus Hamburg Altona, Kirchdorf, Mitte, Veddel und Wilhelmsburg.

 

 

2011/2012: Reflexion und IBA LABOR "Kunst in der Stadt"

 

Im März 2011 hatte die IBA Hamburg verschiedene Vertreter und Vertreterinnen der in Kunst, Kultur und Bildung engagierten Institutionen und Initiativen der Elbinseln eingeladen, um über die Fortführung ihrer angestoßenen Kunstaktivitäten über das Jahr 2013 hinaus nachzudenken. Zu diesem Anlass fand 2011 u.a. das IBA LABOR „Verschiedene Ansichten teilen - Kunst einer anderen Stadt“ statt. Ziel war es, die Schnittstellen und Grenzen von Stadtteilkultur und Hochkultur auszuloten und zu eruieren, wie sich Alleinstellungsmerkmale für die weitere künstlerische und kulturelle Entwicklung der Elbinseln bis 2013 und insbesondere darüber hinaus gestalten.

 

Umgesetzt von der Akademie einer anderen Stadt hatte diese – in Kooperation mit der HafenCity Universität und der HfbK Hamburg – Künstler, Architekten, Kuratoren und Kunstwissenschaftler aus Deutschland, Kamerun, Venezuela, der Schweiz und Österreich nach Wilhelmsburg eingeladen, um ihre Ansätze und Projekte vorzustellen. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, in der über die Spielräume für Kunst in der Stadt, Veränderungen von Ausbildungssituationen und konkrete Möglichkeiten der Vernetzung der Kultur-, Wissenschafts-, Bildungsbehörden mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt gesprochen wurde.

 

Referenten und Panelteilnehmer waren:
Katja Aßmann (Essen)/ Gabriela Christen / Nika Spalinger (Luzern), Didier Schaub (Douala, Kamerun), feld72 (Wien), Angela Hellenbach (Bezirksamt Mitte, Hamburg), Uli Hellweg (IBA Hamburg), Knowbotiq / Christian Hübler und Yvonne Wilhelm (Zürich), Bettina Kiehn (Bürgerhaus Wilhelmsburg, Hamburg), Martin Köttering (HfbK Hamburg), Andrea Knobloch (Düsseldorf), Clemencia Labin (Hamburg), Seraphina Lenz (Berlin), Michaela Ott (HFBK Hamburg), Helga Rake und Susanne Schreck (Plankontor), Silke Riechert (Berlin), Skulpturenpark Berlin_Zentrum / Markus Lohmann und Harry Sachs (Hamburg, Berlin), Mustafa Tazeoglu und Christine Bleks (Duisburg), Ute Vorkoeper (Hamburg), Inga Wellmann (Kulturbehörde Hamburg), Gesa Ziemer (HCU Hamburg), u.a.

 

Im Findungsprozess zur Fortführung der Kunstplattform vernetzen sich seitdem Kuratoren mit Projektträgern vergangener Jahre sowie kulturellen Einrichtungen auf den Elbinseln, die gemeinsam das Modell eines wiederkehrenden, den Stadtraum in Bewegung bringenden Kunstformates entwickeln. Getragen von dem Kreis der seit langem beteiligten Akteure sowie weiteren Partnern in der Stadt stehen die Chancen gut, dass die Auseinandersetzung mit bildender Kunst in Stadtentwicklungsprozessen auch nach der IBA fortwirken wird.

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KENNDATEN

Kunstplattform 2008:
Kultur l Natur
kuratiert von Anke Haarmann und Harald Lemke

Kunstplattform 2009/2010
Akademie einer anderen Stadt
kuratiert von Ute Vorkoeper und Andrea Knobloch

IBA LABOR „Kunst einer anderen Stadt“ 2011
kuratiert von der Akademie einer anderen Stadt in Kooperation mit der HafenCity Universität