IBA-Karte

Maritimes Harburg

Das Schloss im Hafen oder wo der Sprung über die Elbe endet


Hamburg ist auf dem Sprung über die Elbe – also auch nach Harburg. Und tatsächlich entwickelt sich hier im Harburger Binnenhafen zwischen alten Speichern und Werftanlagen seit einigen Jahren ein dynamisches, maritimes Quartier mit Hightech-Schmieden, stilvollen Restaurants und Wohnen am Wasser.

Starten Sie diese Tour im Harburger Binnenhafen, am besten zu erreichen von der S-Bahn-Haltestelle Harburg Rathaus.

Bis 1938 selbständig ist Harburg heute ein Stadtteil Hamburgs. Allerdings ein Stadtteil mit bewegter Geschichte, die eng mit der Industrialisierung und dem Aufschwung des Harburger Hafens verknüpft ist. Ablesen lässt sich dies bis heute rund um den Binnenhafen, wo der Siedlungskern von Alt-Harburg liegt. Ältestes Zeugnis ist das Harburger Schloss, von dem allerdings nur noch Teile des ehemaligen Westflügels aus dem 14. Jahrhundert erhalten sind. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Harburger Hafen zu einem Industriehafen. Von dieser Entwicklung war auch das Schloss betroffen. Um 1900 übernahm eine Werft das Gelände und baute auf den Fundamenten des Westflügels ein Wohnhaus für Arbeiter. Bis heute ist es bewohnt und besteht so seit gut 100 Jahren inmitten einer Umgebung aus Werftanlagen, Hafenbetrieben und Lagern. Nun bekommen die Bewohner erstmals Nachbarn:

Mittelpunkt des umgestalteten Areals ist der 2012 fertiggestellte Park auf der Harburger Schlossinsel: Zwischen den neuen Wohnhäusern und dem Schloss liegt der Park, der sich mit seinen Bäumen, einer Liegewiese, Kinderspielplatz und vielen Sitzgelegenheiten zum Treffpunkt der Schlossinsel entwickeln kann. Direkt am Park entsteht das Wohnprojekt Quartier am Park mit zwei Wohngebäuden. Nebenan entsteht die Marina auf der Schlossinsel mit ihren 162 Wohneinheiten – von gestapelten Reihenhäusern bis zu großzügigen Loftwohnungen.

Die Neugestaltung von Lotseplatz, Lotsekai und Kanalplatz ist Teil eines Netzes von Freiräumen, die den über 100 Jahre lang industriell geprägten, historischen Kern Harburgs wieder für Menschen erlebbar machen.

Die KulturWerkstatt Harburg hat direkt am Kanalplatz in einem ehemaligen Schifffahrtskontor ihren Sitz und bietet dort ein breites Kulturprogramm und Kurse an. Ganz in der Nähe wird noch nach mittelalterlichen Siedlungen in Harburg gegraben. Sobald die Grabungen beendet sind, kann mit dem Bau des IBA-Projekts Maritimes Wohnen am Kaufhauskanal begonnen werden. Zwischen Harburger Schloßstraße und Kaufhauskanal entstehen dann zwölf Wohnhäuser in prägnanter Architektur und schachbrettartiger Anordnung. In der Schloßstraße können Sie auch im bekannten Restaurant Goldener Engel essen.
Besonderes Kennzeichen des Binnenhafens sind die zahlreichen alten Fabrik- und Speichergebäude an den Kanälen, die aufwändig umgebaut wurden und heute Büros, Forschungseinrichtungen, verschiedene Gewerbe und Restaurants beherbergen. Wichtiger Motor dieses Strukturwandels ist der Verein channel hamburg. Das gesamte Gebiet wird daher auch channel hamburg genannt. Gleich daneben entsteht ab Sommer 2013 das IBA-Projekt InnovationsCampus Grüne Technologien, ein Forschungs-, Technologie- und Gründerzentrum für Erneuerbare Energien, Umwelttechnik und Klimafolgenmanagement an der Ecke Karnapp und Schellerdamm.

Auch im neuen Quartier auf dem früheren Bahngelände beteiligt sich die IBA mit zwei Projekten. Gehen Sie den Schellerdamm wieder hinauf Richtung Schlossinsel. Wohnen am Hafencampus ist hier das erste Wohnungsbauvorhaben am Platz, bestehend aus 63 energetisch hocheffizienten Wohnungen mit Blick auf den Östlichen Bahnhofskanal. In der Nachbarschaft entsteht das Projekt Studentisches Wohnen am Schellerdamm. Am Ende des Schellerdamms, am Veritaskai, können Sie den Rundgang durch Harburg mit Blick auf die Schlossinsel ausklingen lassen.