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Kunstplattform

Kreatives Quartier Elbinsel

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Kunstplattform der IBA Hamburg

 

 

Seit 2008 widmet sich die Kunstplattform der IBA Hamburg der Schnittstelle von Stadtentwicklung, Kunst und Alltagsleben. Dabei stehen die Bevölkerung und ihre Lebensräume vor Ort im Mittelpunkt der künstlerischen Projekte.

 

Was ist die Kunstplattform?

Seit ihrem Entstehen im Jahr 2008 und ihrer Umsetzung durch die experimentellen Konzepte „Kultur l Natur“ (2008) und „Akademie einer anderen Stadt“ (2009/2010) hat sich der Charakter der Kunstplattform geschärft und konkretisiert. Entstanden ist seitdem eine Kunstplattform, die:

  • Kunst als wichtigen Bestandteil von nachhaltigen Stadtentwicklungsprozessen versteht
  • mit den Mitteln der bildenden Kunst zentrale Themen der Stadtentwicklung aufgreift, kritisch hinterfragt und bislang unbekannte Sichtweisen auf bestehende Themen der IBA Hamburg ermöglicht,
  • mit den Mitteln der bildenden Kunst außerdem Themen aufgreift, die auf den Elbinseln drängend, aber auch über diese hinaus von Bedeutung sind und Korrespondenzen zur anderen Elbseite sowie zu anderen Städten herstellen und vertiefen,
  • einen Dialog zwischen bildender Kunst, Stadt und ihren Bewohnern stiftet, indem sie die lokale Bevölkerung, ihre Belange, Konflikte wie ihre Lebensräume zum Ausgang ihrer künstlerischen Fragestellungen nimmt,
  • vielfältige Begegnungen und Einbeziehungen von Bürgern der Elbinseln mit bildender Kunst ermöglicht
  • und dabei ein Kunstgeschehen an unüblichen öffentlichen und    institutionellen Orten initiiert, das bewusst lokale, regionale sowie internationale Künstler mit der Bewohnerschaft der Elbinseln und Gästen aus aller Welt zusammenbringt – ein Austausch, der weit über die Elbinseln hinaus wirkt.

 

Rückblicke


2008 fand die Kunstplattform erstmals unter dem Motto „Kultur l Natur“ statt, durchgeführt von dem unabhängigen Kuratorenteam Anke Haarmann und Harald Lemke. Am Beispiel des Verhältnisses von „städtischer Kultur“ und „bedrohter Natur“ stellten die Kuratoren kooperative Planungsprozesse, künstlerische Interventionen und philosophische Reflexionen zum IBA-Leitthema "Stadt im Klimawandel" vor. Im Januar 2009 wurde Ute Vorkoeper als Kuratorin ausgewählt, die die Kunstplattform mit ihrer Co-Kuratorin Andrea Knobloch unter dem Motto „Akademie einer anderen Stadt“ auch in 2010 gestaltete.
 
Akademie einer anderen Stadt 2009/2010



Die "Akademie einer anderen Stadt" versteht sich als künstlerisches Projekt und Bildungsidee zugleich. Sie setzt sich für eine freie und doch nachhaltige künstlerische Auseinandersetzung mit der Stadt der Gegenwart ein. Seit ihrer Gründung am 01. April 2009 nahm sie - im Dialog mit der Bildungsoffensive Elbinseln - das kulturelle Wissen und die kulturellen Praktiken der Menschen vor Ort zum Ausgangspunkt für ein übergreifendes kulturelles Lernen.

Unter dem Motto „Zeichen von Respekt“ hatte die Akademie einer anderen Stadt im Jahr 2009 eine Fülle von Formaten entwickelt, die ein sozial wie kulturell vielfältiges Publikum ansprachen. In einer Großausstellung auf 2.000 qm in den Veringhöfen konnte internationale Kunst im Dialog mit herausragenden Kunstprojekten aus Hamburger Schulen und Stadtteilen erfahren werden. Das Führungsprogramm, das sich insbesondere an Schulen und Integrationskurse wandte, hat Menschen verschiedenen Alters mit vielfältigen kulturellen Hintergründen für diese Ausstellung begeistert. Darüber hinaus regten das „Wandernde Akademiebüro“, die „Akademie vor Ort“ oder das Filmprogramm "Über Glaubenskulturen" Menschen im Stadtteil dazu an, das besondere Wissen und Können, aber auch die Religion ihrer Nachbarn an besonderen Orten kennenzulernen.
 
Kunstparcours 2010: Aussicht auf Veränderungen



Unter dem Titel „Aussicht auf Veränderungen“ setzte die Akademie im Jahr 2010 auf die Erkundung und Erfahrung der jeweils anderen Elbseite und damit auf den Austausch zwischen den Elbinseln und anderen Hamburger Stadtbezirken. Im Herbst 2010 lud sie auf einen Kunst-Parcours quer durch Hamburg - mit der Bahnlinie S3 als Ausstellungsshuttle. Wer sich auf den Weg gemacht hatte, konnte vergangene wie kommende Veränderungen erfahren, die Sprachen der Stadt hören, verborgenem Wissen begegnen und zuletzt Stadtkultur im Wandel erleben.

Über einen Zeitraum von drei Monaten hatten zeitgenössische Künstler und Bewohner jeden Alters aus verschiedenen Stadtteilen Hamburgs ihr Leben in der Stadt und die Veränderungen der Stadt reflektiert. Ihre Erfahrungen, Erwartungen und Sehnsüchte hatten sie in Installationen, Skulpturen, Videoprojektionen, Aktionen und Performances eingebracht, die vom 9. September bis zum 3. Oktober 2010 rund um die S-Bahnstationen Altona, Landungsbrücken, Veddel, Wilhelmsburg und Harburg zu erkunden waren. Erkundungstouren mit Stadtplanern, Ethnografen und Historikern, die bekannte Stadträume aus ungewohnten Perspektiven zeigten, ergänzten das Programm.

Auf dem Kunst-Weg durch die Stadt begegneten Besuchern und Gästen sodann Performances aus dem Hochparterre, Stadt-Filme in China-Restaurants, dem voll bebilderten Alten Elbtunnel, Kurzfilmen im S-Bahnhof, Zeichnungen auf Großwerbeflächen, schwimmenden Diskokugeln im Hafen, einer Kirche voller Häuser, einer Wohnung über Flucht und Migration, einem Buswartehäuschen als Kaleidoskop, einer luftigen Loggia auf einem Parkhaus – und vielen anderen neuen Aussichten auf Hamburg.

Zu den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern gehörten: Nevin Aladag - Bewohner/innen der Elbinseln und Altonas - Dorothea Carl -Esra Ersen - Geelke Gaycken - Ólafur Gíslason - Christian Hasucha - Andrea Knobloch -Thomas Köner – KurzFilmSchule – Daniela Lehmann Carrasco - Christine Lemke -Katharina Lüdicke - Katrin Ströbel - Sonja Vordermaier - Thomas Wiczak - Gundi Wiemer -Moira Zoitl - Schüler/innen und Lehrer/innen aus Hamburg Altona, Kirchdorf, Mitte, Veddel und Wilhelmsburg.
 
2011/2012: Reflexion und IBA LABOR "Kunst in der Stadt"



Nach vier intensiven Jahren der künstlerischen Auseinandersetzung auf den Hamburger Elbinseln sollen die Bestrebungen des „Kreativen Quartiers Elbinseln“ ausgewertet und für die Zukunft der Elbinseln produktiv gedacht werden. Im März 2011 hat die IBA Hamburg dazu verschiedene Vertreter und Vertreterinnen der in Kunst, Kultur und Bildung engagierten Institutionen und Initiativen der Elbinseln eingeladen, um über die Fortführung ihrer angestoßenen Kunstaktivitäten über das Jahr 2013 hinaus nachzudenken.

Aus dieser Runde ist eine Arbeitsgruppe hervorgegangen, die die Überlegungen weitergedacht und in langen Diskussionen die Idee eines "Stadt-Kunst-Netzes" für die Hamburger Elbinseln entwickelt hat. Das "Stadt-Kunst-Netz" (Arbeitstitel) soll von einem breiten Verbund ganz verschiedener Institutionen getragen werden und kontinuierliche künstlerische Arbeit vor Ort mit Impulsgebender Projektarbeit zusammen denken. Weiterführende Informationen finden Sie in Kürze an dieser Stelle.

Im IBA LABOR „Verschiedene Ansichten teilen - Kunst einer anderen Stadt“,das am 11./12. November 2011 stattfand,  wurden die aktuellen Überlegungen in einen größeren, theoretischen Diskursrahmen gestellt und die vor Ort erprobten Projekte mit andernorts gestarteter künstlerischer Projektarbeit verglichen. Ziel war es, die Schnittstellen und Grenzen von Stadtteilkultur und Hochkultur auszuloten und zu eruieren, wie sich Alleinstellungsmerkmale für die weitere künstlerische und kulturelle Entwicklung der Elbinseln bis 2013 und insbesondere darüber hinaus gestalten.

Die Akademie einer anderen Stadt hatte dazu – in Kooperation mit der HafenCity Universität und der HfbK Hamburg – Künstler, Architekten, Kuratoren und Kunstwissenschaftler aus Deutschland, Kamerun, Venezuela, der Schweiz und Österreich nach Wilhelmsburg eingeladen, um ihre Ansätze und Projekte vorzustellen. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, in der über die Spielräume für Kunst in der Stadt, Veränderungen von Ausbildungssituationen und konkrete Möglichkeiten der Vernetzung der Kultur-, Wissenschafts-, Bildungsbehörden mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt gesprochen wurde.

Referenten und Panelteilnehmer waren:
Katja Aßmann (Essen)/ Gabriela Christen / Nika Spalinger (Luzern), Didier Schaub (Douala, Kamerun), feld72 (Wien), Angela Hellenbach (Bezirksamt Mitte, Hamburg), Uli Hellweg (IBA Hamburg), Knowbotiq / Christian Hübler und Yvonne Wilhelm (Zürich), Bettina Kiehn (Bürgerhaus Wilhelmsburg, Hamburg), Martin Köttering (HfbK Hamburg), Andrea Knobloch (Düsseldorf), Clemencia Labin (Hamburg), Seraphina Lenz (Berlin), Michaela Ott (HFBK Hamburg), Helga Rake und Susanne Schreck (Plankontor), Silke Riechert (Berlin), Skulpturenpark Berlin_Zentrum / Markus Lohmann und Harry Sachs (Hamburg, Berlin), Mustafa Tazeoglu und Christine Bleks (Duisburg), Ute Vorkoeper (Hamburg), Inga Wellmann (Kulturbehörde Hamburg), Gesa Ziemer (HCU Hamburg), u.a.

Die Publikation „Kunst einer anderen Stadt“



Der Band „Kunst einer anderen Stadt“ (2011) dokumentiert exemplarische Kunst- und Ausstellungsprojekte, welche die Akademie einer anderen Stadt als Kunstplattform der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg 2009 und 2010 realisiert hat. Darüber hinaus diskutiert er – kontrovers – Entwicklungen und Vorstellungen von öffentlichem Raum, Freiheit, Verantwortung, Stadtentwicklung, Gentrifizierung und kultureller Bildung aus Sicht von Kunst und Stadtplanung, Kulturwissenschaft, Philosophie und Pädagogik.

Mit Beiträgen von Yvonne P. Doderer, Uli Hellweg, Andrea Knobloch, Michaela Ott, Ute Vorkoeper, Tanja Wetzel und Gesa Ziemer.

Kunst einer anderen Stadt
Herausgeber: Ute Vorkoeper, Andrea Knobloch
Euro 38.00  sFr 52.00
ISBN 978-3-86859-119-4
 

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Kunstplattform 2008:
Kultur l Natur
kuratiert von Anke Haarmann und Harald Lemke

Kunstplattform 2009/2010
Akademie einer anderen Stadt
kuratiert von Ute Vorkoeper und Andrea Knobloch