Kunst macht Arbeit
Kreatives Quartier Elbinsel
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PROJEKTSTRUKTUR
ANSPRECHPARTNERIN
IBA Hamburg GmbH
Am Zollhafen 12
20539 Hamburg
Tel.: +49 (0) 40 / 226 227-221
gerti.theis@iba-hamburg.de
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KOSMOPOLIS
Kunst macht Arbeit
Die IBA Hamburg stellt sich der Herausforderung, das Thema der Kreativwirtschaft auf die Elbinseln zu bringen und explizit für den Ort zu übersetzen. Denn welcher Stadtteil wäre besser geeignet als Wilhelmsburg, um einen neuen Weg zu beschreiten, der sich nicht, wie bei vielen Städten, auf die klassischen Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft beschränkt, sondern darüber hinaus für eine breitenwirksame, kreative Entfaltung eintritt. Die IBA versteht sich dabei in allen Projekten als Anschieber, nicht als Projektentwickler.
Im Bestreben, das Thema für die Elbinseln neu zu fassen, konzentriert sich die IBA Hamburg auf das integrative und Identitätsstiftende Potenzial der Kreativwirtschaft. Die eigens dafür entwickelte Projektreihe "Kunst macht Arbeit" bildet den Rahmen für die Erprobung neuer Formate. In insgesamt vier Projekten entstehen seit 2008 neuartige Bündnisse zwischen Künstlern und Kreativen mit Beschäftigungsträgern oder Menschen ohne Arbeit.
WILHELMSBURGER KISSEN/ FAHNEN
Ein Projekt von Rupprecht Matthies & NähGut, 2011/2012
„In Wilhelmsburg gibt es Menschen aus vielen Nationen. Es werden viele Sprachen gesprochen, viele Leben gelebt. In den Muttersprachen ist jeder zu Hause. Wenn man seinen Kopf auf ein Kissen legt, ist man zu Hause. Sprache ist Identität, Stoffmuster sind Identität, Formen und Dekor sind Identität.“ (Rupprecht Matthies)
Das Projekt, das im Frühsommer 2011 startete, ist eine Kooperation zwischen dem Hamburger Künstler Rupprecht Matthies und der Textilwerkstatt NähGut der Grone Netzwerk gGmbH, ein berufliches Integrationsprojekt für langzeitarbeitslose Menschen. Gemeinsam mit Rupprecht Matthies haben die Beteiligten im vergangenen Jahr eigene Worte und Begriffe in ihren Sprachen entwickelt und hieraus mehr als 50 künstlerische Kissen gefertigt. Die Sprach-Kissen zeigen auf eindringliche Weise die kulturelle und sprachliche Vielfalt der Bewohner der Elbinseln, aber auch die kreativen Fertigkeiten der Beteiligten.
Bereits im letzten Jahr waren die „wortgewaltigen“ Kunstwerke auf dem IBA DOCK zu Gast. Nun sind die farbenfrohen Kissen auf Wanderschaft und gastieren bis zum 07. Februar 2012 in der Bücherhalle Kirchdorf. Im Anschluss zieht die Wanderausstellung weiter durch Wilhelmsburger Kitas sowie den Ausstellungsraum MAKNETE.
In 2012 wird das Projekt darüber hinaus weiterentwickelt. Gemeinsam mit den Mitarbeitern bei NähGut gestaltet Rupprecht Matthies Fahnen und Autowimpel, die erneut von der der Sprache der beteiligten Menschen leben sollen. Im September sollen die entstandenen Fahnen dann in einer großen Aktion quer durch Wilhelmsburg zu sehen sein.
Perspektivisch soll aus dem Kissenprojekt eine Edition hervorgehen, in der ausgewählte Kissen käuflich zu erwerben sind. Aus den Fahnen werden Hals- und Kopftücher entstehen, die ebenfalls Teil der Edition werden.
KRIMI-KOMÖDIE WILHELMSBURG
Paula Zamora-Cornejo in Kooperation mit Menschen ohne Arbeit, 2011/2012
Die Theaterpädagogin und zukünftige Nutzerin des Kunst- & Kreativzentrums Veringhöfe Paula Zamora-Cornejo entwickelt gemeinsam mit Langzeitarbeitslosen der sozialen Träger A.I.W. (Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg), SBB Kompetenz gGmbH (Stiftung Berufliche Bildung Wilhelmsburg) sowie der Grone Netzwerk gGmbH ein Theaterstück. Ziel des auf ein Jahr angelegten Projektes ist es, eine Art modernen Western zu konzipieren, der die existierenden Vorurteile dem Stadtteil ironisch angeht. Teilnehmende sollen einen kreativen Weg entdecken, den Frust der Arbeitslosigkeit und der ihnen häufig gegenüberstehenden Vorurteile abzubauen bzw. damit umzugehen. Der Stadtteil spielt nicht nur in Form der Teilnehmenden eine Rolle, sondern auch die Umgebung wird in 3 Filmsequenzen mit eingebunden. Welches Verbrechen im Theaterstück die Basis der Geschichte darstellen wird, soll gemeinsam entwickelt werden. Mit dem Projekt sollen Persönlichkeit, Selbstbewusstsein und Selbstwertempfinden der Teilnehmer nachhaltig gestärkt werden, zudem Ausdruck und Auftreten durch die Entwicklung und Aufführung eines Theaterstücks mit Filmsequenzen gefördert werden. Das Theaterstück soll zum Abschluss in drei Aufführungen nördlich und südlich der Elbe präsentiert werden.
Probentermine
Die Proben finden immer montags und mittwochs im Gemeindesaal Rothenhäuser Damm 11 von 17-18:30 Uhr statt. Nach 6 Monaten wird zusätzlich ein Probenwochenende pro Monat hinzu kommen, in dem Kostüme, das Bühnenbild und die Filmelemente gemeinsam hergestellt werden.
Interessierte sind herzlich eingeladen, zu den Probeterminen zu kommen! Gern können Sie sich auch vorab melden unter zampau@web.de.
TEXTILER WERKHOF
Im Februar 2010 hat die Grone Netzwerk GmbH mit der Textilwerkstatt „NähGut“ ihre Ateliers am Veringhof 9 bezogen. Das berufliche Integrationsprojekt für langzeitarbeitslose Menschen konnte seit Februar 2010 etliche geförderte Arbeitsplätze und Arbeitsgelegenheiten, aber auch selbst finanzierte Ausbildungsplätze einrichten. Mit der Erstellung einer Kinderkollektion, einem Theaterfundus für Schulen, Angeboten von Nähkursen in einer freien Werkstatt sowie Auftragsarbeiten für den kommerziellen Bereich demonstriert NähGut damit eine spannende Verbindung von gemeinnütziger und erwerbswirtschaftlicher Arbeit.
Perspektivisch soll das Thema Textil/Design am Standort Veringhof 9 nach dem Vorbild von NähGut nun deutlich gestärkt werden. Eine Projektgruppe aus Beschäftigungsträgern, Qualifizierungsträgern und Multiplikatoren hat dazu seit dem Frühjahr 2011 die Projektidee eines TEXTILEN WERKHOFS entwickelt. Dafür sollen zunächst weitere Aus- und Weiterbildungsträger, die Projekte rund um die Bereiche Mode-, Textil- und Produktdesign entwickelt und professionalisiert haben, als Mieter für den Veringhof 9 gewonnen werden. Neben dem eigenen Leistungsprofil des Werkhofs sollen darüber hinaus aber auch dezentrale Kooperationspartner wie Designern, Schneiderwerkstätten, bestehende Textilprojekte etc. vor Ort sowie in der Region einbezogen werden.
Indem jede Werkstatt der Aus- und Weiterbildungsträger unter dem Dach des TEXTILEN WERKHOF einen speziellen Produktbereich v.a. im erwerbswirtschaftlichen Sektor entwickelt, erhalten die beschäftigten Mitarbeiter die Möglichkeit, je nach ihren individuellen Fähigkeiten die verschiedenen Werkstätten zu durchlaufen und sich so optimal zu qualifizieren. Durch gebündelte Kompetenzen - wie beispielsweise besondere Verarbeitungstechniken - kann sodann ein attraktives Leistungsspektrum für Designer, Schneiderwerkstätten etc. angeboten werden. Im Verbund werden so optimale Voraussetzungen für Auftragsarbeiten geschaffen, die von Einzelanfertigungen bis zu ganzen Kollektionen reichen. Zuletzt möchte der TEXTILE WERKHOF günstige Räumlichkeiten und Co-Working-Spaces für Existenzgründerinnen oder Selbständige aus den Bereichen Mode-, Textil- und Produktdesign anbieten.
Zum Projektteam gehören: Projektteam: alster arbeit gGmbH, DesignXPort, Elbe Werkstätten GmbH, grone netzwerk gGmbH, IBA Hamburg GmbH, LoWi - Büro für Lokale Wirtschaft, passage gGmbH, SBB Kompetenz gGmbH, überNN.
Weiterführende Informationen erhalten Sie in Kürze an dieser Stelle.
Auftakt: Designer Lunch im März
Pünktlich zu den ersten wärmeren Frühlingstagen fand am 29. März 2012 die erste Veranstaltung des Werkhofs zur zukunftsträchtigen Verbindung von Design und Produktion statt. Dazu hatte das Projektteam des TEXTILEN WERKHOF gemeinsam mit der Designbeauftragten der Stadt Hamburg, Babette Peters, Designerinnen und Designen eingeladen, um ihr Konzept TEXTILER WERKHOF vorzustellen. Parallel dazu ging die neue Website www.textilerhof.de online, die ab sofort die einzelnen Produzenten präsentiert. Sie können auf der Website direkt kontaktiert werden, darüber hinaus steht Ines Schönemann von NähGut als zentrale Ansprechpartnerin bereit. Langfristig wird ein Ausbau des virtuellen Netzwerks angestrebt, z.B. indem interessierte Designerinnen und Designer den virtuellen Werkhof als Plattform zur Vernetzung und zur Präsentation nutzen können.
NETZWERK FÜR MUSIK VON DEN ELBINSELN!
(2008-2011)
Das Netzwerk „Musik auf den Elbinseln!“ verknüpft bestehende Musikakteure und Kompetenzen, schafft Synergieeffekte und klärt Bedarfe. Seit 2007 vernetzt die Plattform des Bürgerhauses Wilhelmsburg Musikakteure des Stadtteils von Musikschaffenden über Musiklehrerinnen bis hin zu den Veranstaltungsorten und musikwirtschaftlichen Unternehmen der Elbinseln. Ziel ist es, mithilfe von verschiedenen Projektangeboten das musikalische Potential der Elbinseln zusammenzuführen und zu stärken sowie ertragsfähige Modelle im Bereich der Musikwirtschaft anzustoßen. Langfristig ist dazu ein Neubau am Bürgerhaus Wilhelmsburg geplant, der Übungsräume, Probebühne und ein Existenzgründungszentrum „MusikWirtschaft“ umfassen soll. Damit reagiert das Bürgerhaus auf den Bedarf an Vernetzung, Auftritts- und Übungsmöglichkeiten sowie der Nachfrage nach geeigneten Räumen auf den Elbinseln.
Musik & Brunch auf dem IBA DOCK
Mit "Musik & Brunch" fand im Jahr 2011 eine monatliche musikalische Veranstaltungsreihe auf dem IBA DOCK statt. Das Kooperationsprojekt zwischen der IBA Hamburg und dem "Netzwerk für Musik von den Elbinseln" bot Musikern und Musikerinnen von den Elbinseln eine neue, verlässliche Bühne. Jeden dritten Sonntag im Monat konnten Interessierte genüsslich in den Tag starten und bei einem ausgiebigen Frühstück den musikalischen Talenten der Elbinseln lauschen. Den Auftakt machten am 19. Juni die jungen Veddeler Musikerinnen Derya und Duygu, die die komplette Bandbreite der türkischen Musik ausschöpften. Am 17. Juli folgte das Kako Weiss Ensemble, das das Publikum mit virtuosem Gipsy-Jazz begeisterte. Kako Weiss ist Saxophonist des bekannten Cafe Royal Salon Orchesters. Am 21. August spielten Suely Lauar, Kouakou de Souza und Erol Arslan traditionelle Lieder aus ihren jeweiligen (Herkunfts-)kulturen. Im September folgte die Band Tabasco, die ihren ersten Auftritt auf dem IBA DOCK absolvierte. Sie begeisterten mit Ballhaus-Swing aus den 1920er Jahren. Im Oktober stellte der Singer-Songwriter und Popmusiker Cyrus Ashrafi mit "days of delay" schließlich ein instrumentales Ambient-Projekt vor. Im November folgte Benjamin Branzko und schließlich im Dezember das Trio Quattro.
ExTra! Hamburg-Wilhelmsburg. Exchange Traditions 2011
Das interkulturelle Musikfestival "ExTra! Hamburg-Wilhelmsburg" wurde 2011 bereits zum dritten Mal durchgeführt. Als Plattform für Traditionen, die sonst nur innerhalb ihrer kulturellen Kontexte, z.B. im Rahmen einer türkischen Hochzeit oder beim sonntäglichen Gottesdienst, stattfinden, ermöglicht das Festival im Bürgerhaus damit jedes Jahr einen ganz besonderen Austausch. Interessierte waren eingeladen, sich in Workshops, Klangwerkstätten und Kurzkonzerten über die musikalischen Traditionen im Stadtteil zu informieren und die Sicht- und Hörbarmachung der Klangwelten der Elbinseln zu erfahren.
ExTra! Hamburg-Wilhelmsburg ist ein Projekt der Stiftung Bürgerhaus Wilhelmsburg/Netzwerk für Musik von den Elbinseln in Kooperation mit dem Landesmusikrat Hamburg & dem
Europäischen Musikrat. Im Jahr 2011 wurde es begleitet von Expertinnen aus Musikwissenschaft, Ethnologie und Vertreterinnen des Europäischen Musikrats und gefördert von der IBA Hamburg.
KUNST WERK WILHELMSBURG
(2008-2010)
Machen Erwerbslose Kunst? Arbeiten sie? Ist Arbeit nur das, wofür man Lohn bekommt und Kunst nur das, was Künstler gestalten? Warum gelten selbstbestimmte kreative Tätigkeiten selten als Arbeit, obwohl Künstler ihre Kunstwerke „Arbeiten“ nennen? Warum ist die Arbeitswelt so kunstlos und fremdbestimmt, obwohl die „kreative Klasse“ in aller Munde ist?
Das Projekt Kunst Werk Wilhelmsburg (KWW) hatte sich gegründet, um auf diese Fragen neue Antworten zu geben. Das eigenständige Kooperationsprojekt aus Erwerbslosen, Künstlern und sozialen Trägern hatte sich zum Ziel gesetzt, den Arbeitsbegriff in seinem Verhältnis zur künstlerischen Praxis zu untersuchen. Dabei sollten nachhaltige und gesellschaftlich anerkannte Strukturen für kreativ tätige Erwerbslose diskutiert und der traditionelle, lohnabhängige Arbeitsbegriff überwunden werden. Kunst Werk Wilhelmsburg verstand sich selber als Kunst – eine „Kunst im öffentlichen Interesse“. Die IBA wirkte als Katalysator und förderte das Projekt.
Im Projekt arbeiteten Erwerbslose, lokale Künstler/innen sowie soziale Träger zusammen. Ein „harter Kern“ von 16 Mitgliedern entwickelte das Projekt auf inhaltlicher, organisatorischer und finanzieller Ebene, dazu kam ein größerer Kreis von Interessierten. Es wurde exemplarisch über neue Tätigkeitsformen im Zeitalter der Arbeitslosigkeit nachgedacht und der Arbeitsbegriff reflektiert. Kurse, Werkstätten oder selbst gestaltete Tätigkeitsfelder schufen ein Angebot, sich vom klassischen Arbeitsbegriff zu lösen.
Zum Projektteam gehörten Langzeitarbeitslose, A.I.W. (Arbeitslosen Initiative Wilhelmsburg), SBB Kompetenz gGmbH (Stiftung Berufliche Bildung Wilhelmsburg), Lotse (Lotse Fährstraße – Verein für psychosoziale Hilfe), Raimund Samson (Wilhelmsburger Künstler und Leiter Kunstbüro Wilhelmsburg e.V.) und Michaela Placzek (Hamburger Künstlerin). Adam Page (Berliner und Dresdner Künstler) und Anke Haarmann (Hamburger Projekt-Künstlerin und Kuratorin) haben das Projekt in seiner Anfangsphase beraten bzw. begleitet.
ADRESSE
Textilwerkstatt NähGut
Am Veringhof 9
21107 Hamburg
Netzwerk für Musik von den Elbinseln
Bürgerhaus Wilhelmsburg
Mengestraße 20
21107 Hamburg
Krimi Komödie
Treffpunkt Gemeindesaal Rothenhäuserdamm 11
21107 Hamburg
KENNDATEN
Kunst macht Arbeit ist eine Projektreihe mit verschiedenen Kooperationspartnern.
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WEITERFÜHRENDE LINKS
Aktuelle Projekte:
Textiler Werkhof:
www.textilerwerkhof.de
Schneiderwerkstatt NähGut:
www.grone.de
Krimi Komödie:
www.veringhoefe.de
Frühere Projekte:
Netzwerk Musik von den Elbinseln:
www.musikvondenelbinseln.de
Kunst Werk Wilhelmsburg
www.kunst-werk-wilhelmsburg.de
Fahrradstadt Wilhelmsburg
www.fahrradstadt-wilhelmsburg.de
Projekte der kulturellen Vielfalt