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Hügel der neuen Horizonte

Energieberg Georgswerder

Luftbild vom Energieberg aus Richtung Süden - Energieberg Georgswerder, Bild: Aufwind Luftbilder Photovoltaik-Anlage auf dem Energieberg Georgswerder im Dezember 2009 - Energieberg Georgswerder, Bild: IBA Hamburg GmbH / Martin Kunze Energieberg Ausstellungszentrum - Energieberg Georgswerder, Bild: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt Visualisierung Energieberg Georgswerde - Energieberg Georgswerder, Bild: HÄFNER/JIMENEZ Landschaftsarchitekten und Konermann Siegmund Architekten Visualisierung Energieberg Georgswerder - Energieberg Georgswerder, Bild: HÄFNER/JIMENEZ Landschaftsarchitekten und Konermann Siegmund Architekten Energieberg Ausstellungszentrum innen - Energieberg Georgswerder, Bild: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

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Energieberg Georgswerder

 

 

Von der giftigen Altlast zum Gipfel Erneuerbarer Energien: Der Deponiehügel Georgswerder wird im Rahmen der IBA Hamburg zu einem regenerativen Energieberg. Allein mit Windkraft und Sonnenenergie soll er künftig rund 4.000 Haushalte mit Strom versorgen und außerdem als Aussichtspunkt öffentlich zugänglich gemacht werden.

 

Der rund 40 Meter hoch aufragende, weithin sichtbare und begrünte Hügel in Georgswerder hat, ähnlich wie der Wilhelmsburger Flakbunker, eine bewegte Geschichte. Nach dem Krieg wurden auf den flachen Wiesen nordöstlich Wilhelmsburgs Trümmer und Haushaltsmüll aufgetürmt; später kamen giftige Industrieabfälle wie Lacke und Farben hinzu. 1979 wurde der Deponiebetrieb offiziell eingestellt, doch 1983 stellte sich heraus, dass am Fuß des künstlichen Hügels hochgiftiges Dioxin austrat und ins Grundwasser gelangte. Der Deponiehügel und der Untergrund wurden daraufhin aufwändig gesichert – in engem Kontakt auch mit dem Arbeitskreis Georgswerder und Anwohnerinnen und Anwohnern im direkten Umfeld. Anschließend wurde die Deponielandschaft mit einer Kunststoffdichtungsbahn und Oberboden überdeckt und mit ersten Windkraftanlagen bebaut. Bis heute wird das Grundwasser mit umfangreichen technischen Maßnahmen geschützt.

 

Neue Energien

Bereits in den 1990er Jahren wurden die ersten Windenergieanlagen auf der Deponiekuppe errichtet. Seit Anfang Dezember 2011 steht nun auf der Bergkuppe eine neue größere Windkraftanlage, welche drei der vier alten Anlagen ersetzt (Repowering). Der Südhang bietet Platz für eine bis zu 10.000 m2 große Photovoltaikanlage. Der erste Bauabschnitt mit ca. 500 kWp (Kilowatt-Peak) Leistung wurde 2009 durch HAMBURG ENERGIE errichtet, der zweite folgte im Dezember 2011. Der Wiesenschnitt auf der Deponie kann zur Umwandlung in Biogas genutzt werden. Und auch aus dem Inneren des Berges wird Energie gewonnen: Durch permanente Zersetzungsprozesse im Hügel entsteht Deponiegas mit hohem Methananteil. Bereits seit Jahren wird es systematisch aufgefangen und an die benachbarte Aurubis AG geliefert, eine der größten Kupferhütten Europas. Das Sickerwasser aus der Deponie wird ebenso wie das Grundwasser aufgefangen, kontrolliert gereinigt und abgeleitet. Durch eine Wärmepumpe wird der Energiegehalt des Grundwassers genutzt, um Raumwärme für das neue Betriebs- und Informationsgebäude zu erzeugen.

 

 

 

Der Energieberg öffnet sich der Stadt
Weil der Hügel als technisches Bauwerk gilt und auch in Zukunft eine geschlossene und gesicherte Deponie bleibt, ist er bisher für die Bürgerinnen und Bürger nicht zugänglich. Doch als Erhebung bietet er eine fantastische Sicht über Hamburg, die bald von vielen Menschen neu entdeckt werden kann: Durch die IBA Hamburg wird der Energieberg seit dem Jahr 2011 im Rahmen geführter Rundgänge begehbar gemacht. Ab 2013 wird dann eine Fläche von der Größe der Binnenalster als öffentliche Informationslandschaft und Aussichtspunkt erfahrbar gemacht. Auf anschauliche Art sollen die Geschichte der Mülldeponie, der Umgang mit Altlasten und die vielfältigen Potenziale für die Gewinnung erneuerbarer Energien erfahrbar gemacht und erklärt werden.


Der Energieberg Georgswerder soll ein Treffpunkt für die Wilhelmsburger und deren Gäste werden – mit spektakulärem Blick vom Hafen bis zum Michel. Und auch in anderer Hinsicht soll er den Horizont erweitern: durch die Chance für eine kleine Bildungsreise, die von der Verwandlung einer giftigen Umweltaltlast in einen Standort für regenerative Energieerzeugung erzählt.


Gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hatte die IBA Hamburg einen europaweiten Wettbewerb für die künftige Gestaltung des Energiebergs ausgeschrieben. Die tragende Idee des 1. Preisträgers (HÄFNER/ JIMENEZ Büro für Landschaftsarchitektur, Konermann Siegmund Architekten) ist eine artifizielle, den Berggipfel umrundende Promenade. Sie bietet freien Ausblick nach allen Seiten und lädt gleichzeitig zum Verweilen auf dem "Berg" ein. Nachts bescheint ein geheimnisvoll leuchtender weißer Ring den Energieberg. Von weitem sichtbar eine Landmarke für ganz Hamburg. So verspricht, was einst nur als "Müllberg" wahrgenommen wurde von den Hamburgern als gut nutzbarer Freiraum und neues Ausflugsziel angenommen zu werden. Die Hälfte der Projektkosten (4,25 Mio. von 8,5 Mio.) für Gebäudeneubau und Landschaftsbauarbeiten werden aus EFRE-Mitteln (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) finanziert.


Meilensteine des Projekts

  • Dezember 2011 Inbetriebnahme der neuen Windenergieanlage
  • Frühjahr 2012 Eröffnung der Ausstellung „Energieberg Georgswerder – zum Zweiten...“ mit der Multimedia-Show „Der gebändigte Drache“
  • ab Frühjahr 2013 Eröffnung der Ausstellung „Energieberg Georgswerder – zum Dritten!“ mit dem Horizontweg und der Informationslandschaft.

 

Dieses Projekt wird gefördert von:


Europäische Union
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
Investition in ihre Zukunft

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ADRESSE

Fiskalische Straße 2
21109 Hamburg

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KENNDATEN

Größe:
45 ha – davon wird eine Fläche so groß wie die Binnenalster öffentlich zugänglich

Höhe:
Rund 40 Meter

Komponenten:
Photovoltaikanlage
1. Bauabschnitt mit 500 kWp: 2009
2. Bauabschnitt mit 200 kWp: 2011
neue Windkraftanlage mit 3.400 kWp: 2011
bestehenbleibende Windkraftanlage 1.500 kWp

Gesamtleistung:
Strom für 4.000 Haushalte (12.400.000 kWh / a)

ARCHITEKTEN

Hochbauarchitektur:
Konermann Siegmund Architekten, Hamburg

Landschaftsarchitektur:
Häfner/Jiménez, Büro für Landschaftsarchitektur, Berlin

BAUHERREN

Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Amt für Umweltschutz – Bodenschutz/Altlasten, Projektgruppe Sprung über die Elbe und Abteilung Natur- und Ressourcenschutz, HAMBURG ENERGIE und REpower, Arbeitskreis Georgswerder, Bezirksamt Hamburg-Mitte

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