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Die Insellandschaft erleben

Deichpark Elbinseln

PROJEKTSTRUKTUR

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Karsten Wessel
Bild von Karsten Wessel
IBA Hamburg GmbH
Am Zollhafen 12
20539 Hamburg

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STADT IM KLIMAWANDEL


Deichpark Elbinseln

 

Rund um die Elbinseln in Hamburg schützen Deiche und Hochwasserschutzwände mit einer Höhe von bis zu 9,35 Metern vor der Flut. Sie sind Teil der Kulturlandschaft der Elbinseln, ohne sie würde es die heutigen Elbinseln nicht geben. Diese Besonderheit erfordert die Entwicklung zukunftsorientierter Strategien für den Hochwasserschutz. Das Projekt Deichpark Elbinsel vereint den Sicherheitsanspruch mit neuen Möglichkeiten, die Insellandschaft zu erleben.

Die IBA Hamburg arbeitet mit einem Projektbeirat, der sich aus dem Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG), der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), der Hamburger Port Authority (HPA), Klimzug Nord, der Technische Universität Hamburg-Harburg TUHH und dem Deichverband Wilhelmsburg zusammensetzt an dem Projekt.


Hochwasserschutzanlagen müssen höchsten technischen Standards und Sicherheitsauflagen entsprechen, um ihre Schutzfunktion erfüllen zu können. Sie sind besondere Orte am Wasser, die die Menschen begehen und überqueren wollen, um den Kontakt zum Wasser nicht zu verlieren. Gleichzeitig müssen sie vor dessen zerstörerischen Kräften geschützt werden. In genau diesem Spannungsfeld bewegt sich das Projekt „Deichpark Elbinsel“. Der Begriff „Deich“ steht dabei für die Funktion der Sicherung und des Schutzes, die der Deichpark zur Aufgabe hat. Der Begriff „Park“ bezieht sich auf die ästhetische Funktion und die Steigerung der Lebensqualität, der Erlebbarkeit und der Funktion der Erholungs- und Freizeitnutzungen, die der Deichpark übernimmt. Das Projekt „Deichpark Elbinsel“ stellt die Aufgabe des Hochwasserschutzes in Form der technischen Bauwerke dar, bietet eine Kommunikationsplattform zu dem Thema, fördert Ästhetik und Erlebbarkeit der Schutzbauwerke, schafft neue Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten und weist auf die positive Herausforderung der notwendigen Klimaanpassung hin.

Der Deichpark ist schon da! Erst die Eindeichung der Inseln machte es überhaupt möglich, dass die Inseln dauerhaft besiedelt werden konnte. Das eingedeichte Gebiet vergrößerte sich im Laufe der Zeit immer weiter. Aus mehreren einzeln eingedeichten Inseln entstand 1814 durch den Wilhelmsburger Hauptdeich eine große Insel. Nicht nur die Lage und die Länge der Deiche änderte sich im Laufe der Zeit, sondern auch ihre Höhe. Waren die Deiche 1693 nur etwa 3 Meter hoch, haben sie heute eine Höhe zwischen 7,2 und 9,35 Meter. Durch die stetige Erhöhung verloren die Bewohner langsam ihren Bezug zum Wasser – mit ihm schwand gleichsam das Verständnis der Gefahr, aber auch das der Lebensqualität, die vom Wasser ausgeht. Das Fehlen dieses Bezugs bei großen Teilen der Bevölkerung, kann die Schutzfunktion der Deiche durch fehlerhaftes oder unwissendes Verhalten beeinträchtigen.

Die jetzigen Deichlandschaften der Elbinseln werden sich weiter verändern. Der ansteigende Meeresspiegel sowie die erhöhte Gefahr von Sturmfluten machen dies notwendig. Die Linienführung und die Höhe und die Gestaltung der Anlagen müssen in Frage gestellt und neu durchdacht werden. Gleichzeitig muss die Identifikation der Bevölkerung mit ihrem Deichpark erhöht werden. Dieses erfordert möglicherweise neue Herangehensweisen und Strategien im Umgang mit der Anpassung an den Klimawandel.

Ziel des Deichparkprojektes ist es, einen langfristigen behördenübergreifenden Prozess der wasserbezogenen Stadtentwicklung zu initiieren. Die Offenheit der beteiligten Akteure sich mit einem scheinbar völlig durch Gesetze, Verordnungen und besonderen Regeln determinierten Bauwerk zu beschäftigen und vor allen Dingen die Spielräume und Potentiale hinter den Regeln zu entdecken, birgt die Chance, die Hochwasserschutzanlagen auf eine neue Zukunft in Zeiten des Klimawandels vorzubereiten. Die IBA Hamburg kann dabei die Rolle der Plattform und des Laborraumes bieten, in dem für alle vom Hochwasser betroffenen Gebiete Hamburgs konkrete Ideen für den Hochwasserschutz entwickelt und ausprobiert werden können.


Machbarkeitsstudie Deichpark Elbinsel

Das Büro osp urbanelandschaften wurde 2010 mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für das Projekt Deichpark Elbinsel beauftragt. Diese Studie besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: „Den Deichpark verstehen“ und „Den Deichpark entwerfen“.

Im ersten Teil wird der Deichpark erklärt. Auf drei Ebenen von L – „Hamburg als Küstenstadt“, über M –  „Hamburger Deichlandschaften“ bis hin zu S –  „Hamburger Deiche“ werden weltweite Bezüge zu anderen Küstenstädten, gesamtstädtische Zusammenhänge in Hamburg und technische Ausführungen und Dimensionierungen der Deiche auf der Elbinsel erläutert. Im zweiten Teil „Den Deichpark entwerfen“ werden für die drei Ebenen: S – „Ideen für den Bestand“, M – „Ideenstudien für eine mögliche Deicherhöhung“ und L – „Alternative Hochwasserschutzstrategien für Hamburg“, Beispiele dargestellt, wie der Deichpark weiterentwickelt werden kann. 

Die Studie zeigt unterschiedliche Möglichkeiten auf, Hochwasserschutzanlagen in verschiedenen Maßstäben und Planungshorizonten zu entwerfen – von temporären Installationen auf den bestehenden Bauwerken hin zu völlig neuen Schutzstrategien der Zukunft. Aktuelle und zukünftige Strategien werden zueinander in Bezug gesetzt und konkrete Projektideen zur Umsetzung bis zum Präsentationsjahr der IBA im Jahr 2013 entwickelt, die prototypisch für die verschiedenen Strategien stehen können.


Die Deichparkausstellung

Die ersten Ergebnisse der Studie werden in der Deichparkausstellung präsentiert. Auf einem Modelldeich im Maßstab 1:10 sitzend und auf eine Modellhochwasserschutzwand blickend können die Ausstellungsbesucher die Inhalte der Studie „Den Deichpark verstehen“ und „Den Deichpark entwerfen“ betrachten. Der Mitmachbereich regt die Besucher dazu an, mit ihren eigenen „Hochwasserpoesie-Wortschöpfungen“ den Deichpark zu interpretieren. Postkarten mit „Grüßen aus dem Deichpark“ liegen bereit zum Mitnehmen und Versenden. Die Postkartenmotive zeigen typische Hochwasserschutzorte auf der Elbinsel und stellen dazu Fragen aus Sicht der Deichparkbesucher, beispielweise: „Warum wachsen keine Blumen und Bäume auf dem Deich?“. Die Antworten des für den Hochwasserschutz zuständigen Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) sind als Auflösung auf der Rückseite der Karten zu finden. Die mobile Ausstellung wurde im Jahr 2011 an unterschiedlichen Orten gezeigt.


HafenCity IBA LABOR Stadtküste Hamburg

Am 4., 5. und 6. Mai 2011 fand das HafenCity IBA LABOR „Stadtküste Hamburg – Herausforderung Hochwasserschutz und Stadtentwicklung“ statt.

Das Projektgebiet der HafenCity und das der IBA Hamburg stehen vor der Herausforderung, zukunftsorientierte Strategien des Hochwasserschutzes zu entwickeln, Hochwasserschutzbauwerke einer gewachsenen Kulturlandschaft zu qualifizieren und vorbildliche Beiträge zum Klimafolgenmanagement zu leisten. Das LABOR „Stadtküste Hamburg“ setzte sich vertiefend mit innovativen Konzepten von Metropolen zum Thema Hochwasserschutz auseinander und bot Bürgern und Planern Raum, zukunftsweisende Projektideen für die Hamburger Stadtküste zu entwerfen. Die Ergebnisse aus den LABOR-Workshops wurden am 20. Juni 2011 auf dem IBA DOCK präsentiert und anschließend an verschiedenen Orten, zum Beispiel im Infozentrum der HafenCity, gezeigt.


Wasseratlas

Der WASSERATLAS stellt ein Medium dar, das einen neuen Blick auf die komplexen wasserbezogenen Zusammenhänge der Elbinsel ermöglicht. Die bildhafte Interpretation dieser WasserLand-Topologien veranschaulicht das Zusammenspiel der menschlichen Einflüsse, der Topografie und des Wassers in all seinen verschiedenen Facetten: Elbwasser, Hafenwasser, Kanalwasser, Grundwasser, Abwasser oder Hochwasser.

Auf der Grundlage dieses faszinierenden Ausgangsbildes WasserLand und der wesentlichen Zukunftsfragen werden die raumverändernden und raumgestaltenden Dimensionen der Wasser-Land-Dynamiken der Elbinsel in 3 x 3 Szenarien angewandt, qualifiziert und weiterentwickelt. Damit ist der WASSERATLAS ein räumlich-dynamisches Arbeitswerkzeug für das Entwerfen urbaner Wasserlandschaften.

 

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Die gesamte Elbinsel

KENNDATEN

Beginn der Bauarbeiten: 2012
Fertigstellung des Tideparks Kreetsand: 2013