Flutraum schaffen und die Tideelbe erlebbar machen
Pilotprojet Kreetsand
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PROJEKTSTRUKTUR
ANSPRECHPARTNER
IBA Hamburg GmbH
Am Zollhafen 12
20539 Hamburg
Tel.: +49 (0) 40 / 226 227-141
Karsten.Wessel@iba-hamburg.de
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Pilotprojekt Kreetsand
Das IBA-Projekt Kreetsand, ein Pilotprojekt im Rahmen des Tideelbe-Konzeptes der Hamburg Port Authority (HPA), soll auf der Ostseite der Elbinsel Wilhelmsburg zusätzlichen Flutraum für die Elbe schaffen. Das Tidevolumen wird durch diese strombauliche Maßnahme vergrößert und der Tidehub reduziert. Gleichzeitig ergeben sich neue Möglichkeiten für eine integrative Planung und Umsetzung verschiedenster Interessen und Belange aus Hochwasserschutz, Hafennutzung, Wasserwirtschaft, Naturschutz und Naherholung. Das Projekt Kreetsand wird vor diesem Hintergrund auch einen Teil des IBA-Projekts Deichpark-Elbinsel darstellen. Bei dem Projekt werden diese Aspekte für die gesamte Elbinsel analysiert und vorteilhafte Maßnahmen und Strategien für die Kombination der verschiedenen Anforderungen entwickelt.
Das „Konzept für die nachhaltige Entwicklung der Tideelbe als Lebensader der Metropolregion Hamburg“ wurde 2006 gemeinsam von der Hamburg Port Authority und der WSD Nord entwickelt. Die Umsetzung dieses Konzepts ist die Bedingung für die Zukunftsfähigkeit des Hamburger Hafens und erfordert eine radikale Änderung des Blickwinkels im Umgang mit der Tidedynamik der Elbe. Im Spätsommer 2010 konnten sich die IBA Hamburg und die HPA auf eine Qualitätsvereinbarung einigen und das Vorhaben als IBA-Projekt qualifizieren.
Bereits seit dem 12. Jahrhundert werden weite Teile der Elbmarsch eingedeicht. Damals, um landwirtschaftlich nutzbare Flächen und Siedlungsraum zu gewinnen, heute meist, um dem wachsenden Bedarf an Umschlagsflächen im Hafen gerecht zu werden. Seitdem steht immer weniger Fläche als Überflutungsraum zur Verfügung und das in der Elbe bewegte Sedimentinventar kann sich nur noch auf einem Bruchteil der früher zur Verfügung stehenden Flächen ablagern. Natürliche Veränderungen wie die Erweiterung der Elbmündung führen zudem zu einer erhöhten Tideenergie, und es können mehr Sedimente mit der stärkeren Flutströmung weiter stromauf transportiert werden. Da der Ebbestrom aber gleichzeitig langsamer wird, reicht er nicht mehr aus, um die Sedimente vollständig zurück zu transportieren. Der stete Wechsel von Ebbe und Flut wirkt wie eine Sedimentpumpe. Dieser Effekt, der auch als „tidal-pumping" bezeichnet wird, führt zu einer Anhäufung von Sedimentablagerungen, die im Hamburger Hafen und im oberen Bereich der Tideelbe regelmäßig auszubaggern sind.
Die Schaffung des Tideparks Kreetsand vergrößert den Flutraum der Elbe und reduziert so den Tidehub. Gleichzeitig profitiert der Hamburger Hafen durch die Verringerung des Sedimenteintrags und nebenbei wird die Gefahr des Hochwasserrisikos verringert. Im Zuge des Pilotprojekts wird das bereits rückgedeichte ehemalige Spülfeld Spandenlander Busch / Kreetsand tiefergelegt. In das 30 Hektar große Flachwassergebiet wird die Tide frei ein- und ausschwingen können – so entsteht ein zusätzliches Tidevolumen von rund einer Million Kubikmeter.
Das Pilotprojekt wird aber nicht nur als rein wasserbauliche Maßnahme geplant, sondern berücksichtigt gleichzeitig Aspekte der gestalterischen und landschaftlichen Qualität sowie des Naturschutz- und Freizeitwertes. Geplant ist ein Park mit Zugang zu den neu geschaffenen Wasserflächen und zur Elbe sowie mehrere freiraumplanerische Gestaltungsmaßnahmen. Kleine Stege führen die Besucher über das Wasser am Schilf vorbei und eröffnen so den freien Blick über die ganze Wasserfläche. Als Informations- und Ausstellungsstätte könnten sogenannte „Deichbuden" das Pilotprojekt und die Besonderheit der Landschaft mit ihren funktionalen, räumlichen und ästhetischen Zusammenhängen von Deich, Deichvor- und Hinterland erläutern. Der Tidepark Kreetsand fördert so das sinnliche Erleben des Wassers, der Wasserdynamik und des Tidenhubs der Elbe und macht auf diese Weise eine ganz spezielle Metrozone Hamburgs erfahrbar.
LAGE
Östliche Elbinsel Wilhelmsburg an der Norderelbe, Kreetsander Hauptdeich
21109 Hamburg
KENNDATEN
Beginn der Bauarbeiten: 2012
Fertigstellung des Tideparks Kreetsand: 2013
BAUHERR
Hamburg Port Authority
Die Insellandschaft erleben