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15.12.2011
IBA-Projekt Veringeck feiert Tag der offenen Tür
Heute, Donnerstag, den 15. Dezember 2011 feierte das gerade fertig gestellte IBA-Projekt Veringeck Eröffnung. Die IBA Hamburg und der Investor luden die Nachbarschaft und alle interessierten Gäste zu einem Tag der offenen Tür ein.
Der Architekt des Baus, Frank Gutzeit (Gutzeit & Ostermann Architekten), Leyla Yagbasan vom Pflegedienst MULTI KULTI und Hauke Stichling-Pehlke, Investorenvertreter der GbR Veringeck führten die Besucher in einem Rundgang durch den Neubau mit den verschiedenen Wohn- und Servicebereichen. Uli Hellweg, Geschäftsführer der IBA Hamburg ehrte mit Übergabe der IBA-Plakette, die ein fertig gestelltes IBA-Exzellenz-Projekt auszeichnet, den Bauherren.
Mit dem Veringeck entsteht mitten im Wilhelmsburger Reiherstiegviertel an der Ecke Veringstraße/Veringweg ein interkulturelles Modellprojekt für Senioren aus dem Stadtteil. Das Besondere: Im Veringeck werden Senioren ambulant und in interkultureller Atmosphäre individuell und nach ihren Bedürfnissen gepflegt. Es werden unterschiedliche Wohnangebote für Senioren mit und ohne Migrationshintergrund angeboten, die gemeinschaftlich und selbstbestimmt leben möchten.
Im Veringeck gibt es 18 barrierefreie Seniorenwohnungen, einen großzügigen Gemeinschaftsbereich mit Küche und einen Garten, der allen Bewohnern zur Verfügung steht. Bisher einmalig ist die integrierte ambulante Wohn-Pflege-Gemeinschaft speziell für türkischstämmige Menschen mit Demenz, die im Veringeck kulturelles Feingefühl und die notwendige Rundumbetreuung finden. Dabei werden insbesondere Traditionen und Gebräuche der Bewohner berücksichtigt. Mit dem Stadtteilcafé und dem öffentlichen Hamam entsteht zudem ein Treffpunkt für die Bewohner des Veringecks und für die gesamte Nachbarschaft.
Hamburg, den 15. Dezember 2011 – „Wir freuen uns, im Wilhelmsburger Reiherstiegviertel mit dem Veringeck ein außergewöhnliches IBA-Projekt zu eröffnen “, sagte IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg beim Tag der offenen Tür. „Das interkulturelle Senioren-Wohnhaus bildet im Rahmen des IBA Leitthemas Kosmopolis einen zentralen Baustein und zeigt neue Chancen und Formen des interkulturellen Zusammenlebens auf.“
Miteinander der Kulturen
Im Veringeck werden Senioren mit unterschiedlicher Herkunft und Kultur zusammen in einer Hausgemeinschaft leben – ganz so, wie sie es aus dem interkulturellen Stadtteil Wilhelmsburg kennen. „In enger Zusammenarbeit mit vielen engagierten Frauen und Männern haben wir einen Schritt auf dem Weg zu einer modernen lebensfreundlichen Stadt zurückgelegt. Stand am Anfang des Projekts der Mangel an geeignetem Mietwohnraum und das Fehlen angemessener Unterstützungsangebote für alte Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft im Vordergrund, so wuchs daraus im Lauf der Umsetzung ein Ort, der den unterschiedlichen Bewohnern eine Vielfalt von Möglichkeiten bietet, trotz Unterstützungsbedarf selbstständig zu leben. Und wir sehen ein wunderschönes neues Haus in Wilhelmsburg auf das uns die Nachbarn schon mit Stolz ansprechen“, so Investor Hauke Stichling-Pehlke.
Angehörige können in das Alltagesleben mit einbezogen werden und durch die zentrale Lage und die öffentlich zugänglichen und auch die Nachbarschaft und den Stadtteil einladenden Einrichtungen wie dem Stadtteilcafé und dem Hamam im Erdgeschoß werden soziale Kontakte erleichtert. So soll sich das Veringeck mit seinen Bewohner offen in den Stadtteil integrieren.
Für türkische Senioren ist es eines der ersten Projekte seiner Art, weshalb das Veringeck als Pilotprojekt von der IBA Hamburg sowie der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz mitentwickelt und gefördert wird. „Mit dem sozialintegrativen Wohnhaus wird ein niedrigschwelliges Versorgungsangebot mit familiärem Charakter geschaffen“ so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Es schließt eine Lücke, da klassische stationäre Pflegeangebote von älteren, pflegebedürftigen Zuwanderern bisher eher selten in Anspruch genommen werden. Das Wohnhaus hat in dieser ambulanten Form und aufgrund der konsequenten Ausrichtung bundesweit Modellcharakter.“ Leyla Yagbasan, Pflegedienst MULTI KULTI fügt hinzu: „Wir freuen uns, Pionierarbeit zu leisten und hoffen, dass dies ein Anreiz für ähnliche Projekte sein wird.“
Älter werden in der Hausgemeinschaft
Auf zwei von vier Etagen des Neubaus entstanden 18 altengerechte Wohnungen, in denen ab nun Senioren aller Nationalitäten und Kulturen leben werden und – je nach individuellem Bedarf – ambulante Pflegeleistungen in Anspruch nehmen können. Die Wohnungen sind für eine oder zwei Personen ausgelegt und verfügen jeweils über einen Balkon. Allen Bewohnern stehen ein großzügiger Gemeinschaftsraum mit Küche und der Garten im Innenhof des Veringecks zur Verfügung.
In der dritten Etage entstand neben den altengerechten Senioren-Wohnungen eine ambulante Wohn-Pflege-Gemeinschaft speziell für demenzkranke türkische Senioren. Da für demenziell Erkrankte eine vertraute Umgebung besonders wichtig ist, wird für das Zusammenleben und die Pflege die Herkunft der Senioren berücksichtigt: Traditionen und Gebräuche, Kommunikation in der Muttersprache, türkische Küche, eine gewohnte Alltagsgestaltung und die generelle Wertschätzung älterer Menschen stehen ganz zentral im Vordergrund. Die kultursensible Pflege wird von einem festen und qualifizierten Pflegeteam des Pflegedienstes MULTI KULTI rund um die Uhr betreut. Dennoch ist der Pflegedienst nur „zu Gast“ in der Wohngemeinschaft. Ein Beirat aus Angehörigen und sozialen Vertretern wacht zudem über die Gestaltung des Wohn- und Pflegealltags. „Wir freuen uns, dass die Baumaßnahmen nun abgeschlossen sind. Jetzt beginnt die Zeit, alles Theoretische in die Praxis umzusetzen“ meint Leyla Yagbasan, Leiterin des Pflegedienstes MULTI KULTI. Zudem bietet die ambulante Wohn-Pflege-Gemeinschaft im 3. Obergeschoss des Veringecks fantastische Ausblicke in den Stadtteil und den Garten und wird mit seinem großen Koch- und Wohnbereich ein Ort des Zusammenlebens für die Bewohner werden.
Ein Gebäude, das es in sich hat
Baulich versteht sich das Veringeck als Bindeglied zwischen Veringstraße und Veringweg.
Das besondere interkulturelle Zusammenleben und gesellschaftliche Signal spiegelt sich in der inneren Funktionalität des Gebäudes und wird durch die außergewöhnliche Fassadengestaltung nach außen getragen. Das Gebäude ist von vielfältigen Fassadenelementen des modern interpretierten orientalischen Girih-Musters geprägt; das traditionell blaue Muster wird zum identitätsbildenen Element des Gebäudes.
Zudem verfügt das Veringeck im Innenhof über einen Garten, der nach den Bedürfnissen von Menschen mit Demenz besonders und individuell gestaltet wird. „Die Herausforderung bestand darin, den zukünftigen Bewohnern einen Ort zu bieten der ihre orientalischen Wurzeln aufgreift und zur Heimat für sie wird. Dies in eine moderne nordeuropäische Architektursprache zu übersetzen, die den hohen gestalterischen Ansprüchen einer Internationalen Bauausstellung gerecht wird hat mir sehr viel Spaß gemacht. Meine bisher spannendste berufliche Aufgabe“, sagte Architekt Frank Gutzeit von Gutzeit & Ostermann Architekten, die den Bau realisiert haben.
Das Veringeck entsteht als gemeinsames Projekt von Investor Veringeck GbR und dem Gesundheits- und Pflegedienst MULTI KULTI. Die Hamburger Koordinationsstelle für Wohn-Pflege-Gemeinschaften begleitet das Projekt. Das Veringeck wird durch die IBA Hamburg, die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt und die Homann Stiftung gefördert.
Visualisierungen, Pläne, Schnitte, Risse (Grundriss, Regelgeschoss) und Fotos können Sie unter folgendem Link ansehen und herunterladen:
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