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Projekte als Modelle für eine klimaverträgliche Stadtentwicklung

Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg

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STADT IM KLIMAWANDEL

 

Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg 

 

 

Städte verbrauchen etwa 80 Prozent der Ressourcen weltweit. Höchste Zeit, Konzepte für eine vollständige Versorgung der Metropolen mit regenerativen Energien zu entwickeln. Das Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg zeigt, wie es geht. 

 

 

Für das IBA-Präsentationsgebiet von der Veddel bis zum Harburger Binnenhafen erläutert das Konzept modellhaft, wie Stadtplaner, Architekten, Bürger und Bauherren ihr Potenzial für Energieeinsparungen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien kreativ nutzen können.


Pilotkonzept CO2 -neutrale Elbinseln

Die große Besonderheit des Konzeptes liegt in der parallelen Konzept- und Projektentwicklung. In sieben Jahren IBA Hamburg wurden erste große Teile des Klimaschutzkonzeptes Erneuerbares Wilhelmsburg bereits umgesetzt und das Konzept gleichzeitig mit der Erfahrung der Projektrealisierung weiter verfeinert.   Bis 2015 wird die Hälfte des Strombedarfs aller Gebäude auf der Elbinsel bereits vor Ort und klimafreundlich mit Erneuerbaren Energien produziert, bis 2025 soll bereits der gesamte Strombedarf der Gebäude vor Ort produziert werden. Die Deckung des  Wärmebedarfs ist für  2050 avisiert. Das langfristige Ziel: Klimaneutrale Elbinseln versorgt durch Erneuerbare Energien.

 

 

Die strategischen Säulen

 

Das Ziel einer klimafreundlicheren Stadt wird aus mehreren Richtungen heraus angesteuert: Hohe Standards für Neubau und Sanierung sollen künftig für eine drastische Verringerung des Energieverbrauchs sorgen. Die Energieeffizienz wird durch Blockheizkraftwerke und Energieverbünde erhöht. Die Potenziale erneuerbarer Energie auf der Elbinsel werden umfassend genutzt, bis hin zu "100 Prozent erneuerbar". Dabei werden die Bürger bei allen Maßnahmen als Partner eingebunden und durch ökonomische Anreize zum Mitmachen angeregt. 

 

 

 

Chronik des Projekts

 

Als Grundlage für die Entwicklung des Klimaschutzkonzeptes hat die IBA Hamburg im Jahr 2008 ihren Fokus auf den Energieverbrauch (Strom und Wärme) beim Gebäudebestand gelegt und das Bremer Energie Institut mit der Erhebung des derzeitigen Wärme- und Stromverbrauchs von Wohn-, Dienstleistungs-, Büro- und Verwaltungsgebäuden auf den Elbinseln beauftragt. Begleitend ist die IBA-Kampagne „Prima Klima-Anlage – Sparen und Sanieren auf den Elbinseln: Mit der IBA zum KLIMA_HAUS“ angelaufen. Sie bot für Wilhelmsburger Hauseigentümer kostengünstig Rat und Hilfe bei der Sanierung des Gebäudebestands. Dabei kooperiert die IBA mit der Initiative Arbeit und Klimaschutz der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt, dem Bezirk Hamburg Mitte, der Hamburger Sparkasse und IMMOSOLAR. Ziel dieser Kampagne ist es, exemplarisch Gebäude exzellent zu sanieren und zusätzlich repräsentative Daten zum Energieverbrauch des Gebäudebestandes der Elbinseln zu erheben.

 

Im Strategielabor „Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg“ wurde die Umsetzungsstrategie mit lokalen und internationalen Experten und engagierten Bürgern der Elbinseln konkretisiert – hin zu einem kreativen Umgang mit den Potenzialen der Inseln für erneuerbare Energien, für Energieeffizienz und Energieeinsparung. Weitere Module wie der Energieverbrauch in den Bereichen Verkehr, Lifestyle/Konsum und Industrie/Hafen/Gewerbe sind Aufgaben für die kommenden Jahre. Das Büro JHJ Bleicherode erarbeitete gemeinsam mit dem egs Netzwerk Nordhausen die Studie „Energetische Optimierung des Modellraums IBA Hamburg“. In dieser wurden im Rahmen einer Szenarienanalyse Entwicklungen des zukünftigen Energiebedarfs und Potenziale der Einsparung, der Erhöhung der Effizienz und des Einsatzes erneuerbarer Energien auf den Elbinseln gegenübergestellt. Anschließend wurden daraus strategische Maßnahmen zur Optimierung der Energieversorgung abgeleitet. Die Realisierung der IBA-Projekte bis 2013 umfasst erste konkrete Teilschritte des Klimaschutzkonzeptes, darüber hinaus sollen aber die weiteren Umsetzungsschritte definiert und die Perspektiven für 2020/2030/2050 aufgezeigt werden.

 

Die Ergebnisse bilden die Grundlage für den „Energieatlas der Elbinseln“ – eine Übersicht über Energiequellen und Energiesenken, der im Zwischenpräsentationsjahr 2010 erschienen ist und die strategischen Instrumente und Projekte für eine postfossile Energieversorgung der Elbinseln darstellt. Im Rahmen des IBA-Labors "Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg" im September 2010 wurde er präsentiert und diskutiert.

 

Weitere Unterstützung für das „Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg“ hat die IBA durch Partner in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und durch engagierte Bürger und Bürgerinnen in Wilhelmsburg. Teilprojekte sind daneben in Forschungs- und Förderprogramme integriert, wie z.B. INTERREG IVB „Build with CaRe“, KLIMZUG Nord (BMBF) und EnEff:Stadt – IBA Hamburg.

Zur Diskussion und Verbreitung der Arbeitsweise und der Ergebnisse des Klimaschutzkonzeptes ist die IBA Hamburg in zahlreiche weitere internationale Projekte eingebunden wie das Projekt TRANSFORM im 7. Forschungs-Rahmenprogramm der EU oder CASCADE im Programm Intelligent Energy Europe. Für TRANSFORM bildet das Klimaschutzkonzept die „Smart Urban Lab“ der Stadt Hamburg und entwickelt u.a. energetische Quartierskonzepte gemeinsam mit den Städten Amsterdam, Kopenhagen, Wien, Lyon und Genua. CASCADE fördert den Austausch zwischen mittlerweile 39 europäischen Städten in den Bereichen Energieeffizienz in Gebäuden und Stadtvierteln, erneuerbare Energien und dezentrale Energieerzeugung sowie Energie im städtischen Verkehr durch gegenseitige Studienbesuche und Arbeitsaufenthalte.

 

Die Projekte der IBA im Rahmen des Klimaschutzkonzepts Erneuerbares Wilhelmsburg:

Insel-Stromstudie Hamburg-Wilhelmsburg

 

Die IBA Hamburg hat mit ihrem mehrfach ausgezeichnetem Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg ein detailliertes Szenario für die Versorgung der Gebäude auf der Elbinsel Wilhelmsburg mit erneuerbarer und vor Ort produzierter Energie vorgelegt. Die bis 2013 realisierten IBA-Bau- und Energieprojekte sind wichtige Bausteine auf dem Weg zur klimaneutralen Elbinsel.

 

Das im ENERGIEATLAS publizierte Klimaschutzkonzept zeigt ein stark vereinfachtes Bild der zukünftigen Energieversorgung der Elbinsel, da es lediglich die Jahresenergiebedarfe den in einem Jahr produzierten Energiemengen gegenüberstellt. Die teilweise große Abhängigkeit der erneuerbaren Energieressourcen (v.a. Wind und Sonne) aber auch der Energiebedarfe (hier vor allem die Raumklimatisierung) vom Jahresverlauf und dem Wetter wurde bisher nicht berücksichtigt.

 

Diese Lücke wird jetzt durch die von der IBA Hamburg beauftragte und mit Unterstützung von Stromnetz Hamburg erstellte Insel-Stromstudie Hamburg-Wilhelmsburg (Verfasser: Alrene Ingenieurbüro, Kasseburg) geschlossen. Dafür wurde eine Modellierung der Stadtraumtypen des Gebietes mit Hilfe des Simulationsmodells RESSI durchgeführt und die dynamische Strom- und Wärmenachfrage und Produktion für vier unterschiedliche Wetterjahre mit einer stündlichen Auflösung dargestellt. Unterschieden wurde dabei noch in zwei Varianten mit und ohne Integration von dezentralen Stromspeichern.

 

Die Ergebnisse sind eindeutig: Einerseits sind die Annahmen des ENERGIEATLAS zur lokalen Deckung des Jahresenergiebedarfs durch erneuerbare Energien erreichbar. Andererseits führt die stark fluktuierende Stromproduktion in der dynamischen Betrachtung sowohl zu hohen Stromüberschüssen als auch zu hohen Defiziten in der Bereitstellung. Nicht die lokale Autarkie kann daher das Ziel einer nachhaltigen Energieversorgung sein, sondern die Ergänzung der lokalen Produktion mit Lastmanagement, Einsatz von Speichern und dem Energieaustausch mit den übrigen Stadtquartieren und der Region.

 

Für die Netzbetreiber ergibt sich aus diesem Bild eine völlig neue Situation, die sich deutlich vom heutigen Betrieb unterscheidet. Höhere Leistung und die Umkehr der Lastflussrichtung sind dabei ausschlaggebend.

 

 

>>> Download der Insel-Stromstudie (PDF, 400 Seiten, ca. 32 MB)

 

ENERGIEATLAS Werkbericht 1


Eine erste Zwischenbilanz des Klimaschutzkonzeptes zieht die am 26. Januar erschienene Publikation ENERGIEATLAS Werkbericht 1.
Im Rahmen der Veröffentlichung kamen bei einer Fachveranstaltung verschiedene Experten zusammen, um erste Ergebnisse vorzustellen und darüber zu diskutieren.
Die Präsentationen des Tages stehen unter diesem Link zum Download zur Verfügung.

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PREISE UND AUSZEICHNUNGEN

2012: Europäischer Solarpreis für das Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg und den Energieatlas; verliehen durch Eurosolar, Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien

2013: Das Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg wurde als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ gewürdigt. (Iniitative „Deutschland – Land der Ideen“)