Warum heißt die IBA Bauausstellung?
IBA in 1:30/FAQ
Die Bezeichnung „Internationale Bauausstellung“ hat wenig mit Ausstellungen im herkömmlichen Sinne oder gar einer Show wie der EXPO zu tun. Es gibt also kein eingezäuntes Gelände mit einem Haupteingang, wo man an einem Kassenhäuschen sein Eintrittsgeld entrichtet und dann über das Gelände der fertig errichteten „Bauausstellung“ mit ihren Attraktionen spaziert. Tatsächlich entsprachen die historisch ersten Bauausstellungen viel eher solchen Events als ihre heutigen Nachfolger: Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich die Idee durch, bautechnische Neuerungen in Ausstellungen zu präsentieren, die man meist als „Weltausstellungen“ inszenierte. Schon damals aber dienten diese Präsentationen vor allem dazu, zeitgemäße Städtebau-Lösungen vorzuführen.
Die erste deutsche Bauausstellung wurde 1901 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt eröffnet; es folgten unter diesem Namen beispielsweise Ausstellungen in Stuttgart (wo 1927 die richtungweisende Weißenhofsiedlung zu bewundern war) oder Berlin (wo 1957 das Hansaviertel zum Schauplatz wurde). Ganz neue Schwerpunkte setzte die IBA Berlin 1987, wo es um „Stadtreparatur“ und neue Planungsformen ging. Und die IBA Emscher Park (Planungszeitraum 1989 bis 1999) machte erstmals eine ganze deutsche Region mit 17 Ruhrgebiets-Gemeinden zum Austragungsort.
Heute können sich Bauausstellungen als eine Art „Work in Progress“ über viele Jahre erstrecken. So wird sich die IBA Hamburg erst im Jahr 2013 abschließend präsentieren, bis dahin gibt es 2007 ein Auftakt- und 2010 ein Zwischenpräsentationsjahr. In der Zwischenzeit wandelt sich die „Ausstellung“ ebenso wie das Leben selbst. Jeder darf mitgestalten, jeder Ein- und Anwohner des IBA-Gebiets kann die kulturellen Ereignisse ebenso verfolgen wie das langsame Wachsen der Bauwerke. Im Zentrum der IBA Hamburg stehen zentrale Fragen der Metropolenentwicklung wie etwa das Zusammenleben der Kulturen oder ein gesundes Wachstum der Stadt. Dabei macht sich die IBA mit gebauten Beispielen, sozialen und kulturellen Projekten, Veranstaltungen, Dialogen und Publikationen auf die Suche nach Entwürfen für die Zukunft der Metropole. Eine moderne „Bauausstellung“ wie die IBA Hamburg ist also vor allem für Mitmacher da – nicht nur für Zuschauer.
Eines ist allen bisherigen Bauausstellungen gemein: Sie schufen weit über ihren Rahmen und ihre unmittelbaren Schauplätze hinaus Impulse für die Zukunft des urbanen Lebens.
Historie der Bauausstellung in Deutschland seit 1901