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IBA-Historie

 

Historie der Bauausstellungen


Bauausstellungen gibt es in Deutschland seit 1901. Sie bieten also einen über hundertjährigen Erfahrungsschatz, wenn es um das Finden innovativer Lösungen für brennende Fragen des städtischen und kommunalen Lebens geht. Manche davon sind bis heute „lebendig“. Alle jedoch boten Inspiration für Innovation.

Die Geschichte der Bauausstellungen beginnt kurz nach Beginn des 20. Jahrhunderts auf der Darmstädter Mathildenhöhe. Damals, 1901, hatte die Industrialisierung in den Städten eine bis dahin nie dagewesene Verdichtung und Massenfertigung von Wohnraum entstehen lassen. Für „Baukunst“ schien kein Platz mehr zu sein. Dem stellte sich die erste IBA mit der Schaffung einer Künstlerkolonie als eigenständiger Siedlung entgegen. Es folgte 1927 die Weißenhofsiedlung in Stuttgart. Der Deutsche Werkbund realisierte mit ihr die Vision einer neuen Form des Wohnens. Wie unter einem Brennglas zeigte die Bauausstellung Weißenhofsiedlung die damals aktuelle Entwicklung der Architektur und des Wohnungsbaus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konkurrierten im geteilten Deutschland zwei unterschiedliche Ideen vom progressiven Bauen, die beide die unselige Tradition der gründerzeitlichen Mietskasernen hinter sich lassen wollten. Anfang der fünfziger Jahre erschuf die DDR mit den Monumentalbauten der Stalinallee ihr Leitbild von „Wohnpalästen für Arbeiter“. Der Westen Berlins reagierte darauf mit der Interbau-Ausstellung von 1957, die das kriegszerstörte Hansaviertel als aufgelockerte Stadt-Landschaft mit Hoch- und Flachbauten umgestaltete. Gegen die Bausünden der sechziger und siebziger Jahre wandte sich die Berliner IBA von 1987 mit dem Modell der Reparatur und Rekonstruktion von städtischen Räumen. Dabei wandten sich die Planer dem schonenden Umgang mit Alt- wie Neubauten im Bestand des historischen Berliner Stadtkerns zu.

Die IBA Emscher Park widmete sich ab 1989 zehn Jahre lang den nachindustriellen, vielfach brachgefallenen Stadtlandschaften des Ruhrgebiets, wobei erstmals eine ganze Region mit zahlreichen Städten und Kommunen in den Blick genommen wurde. Hier wurden Modelle für den ökologischen und ökonomischen Umbau des Ruhrgebiets gefunden. Ein ähnliches Thema bewegte seit 1999 die Planer der IBA Fürst-Pückler-Land im ehemaligen Braunkohlerevier der Niederlausitz: Wieder ging es um ökologischen Rückbau, künstlerische Umwandlung und zeitgemäße Umnutzung einer Region. In der heutigen Zeit müssen auch Lösungen für „schrumpfende Städte“ gefunden werden, denen durch Wirtschaftsentwicklung und demographischen Wandel die Auszehrung droht. Damit befasste sich die IBA Stadtumbau, die mit Sachsen-Anhalt erstmals ein ganzes Bundesland zum Schauplatz hatte und bis 2010 andauerte.

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1901 Mathildenhöhe

1927 Stuttgart

1952 Stalinallee

1957 Interbau

1987 Berlin

1999 Emscher Park

2010 Niederlausitz

2010 Stadtumbau

2013 Hamburg