
Seit Ende Januar hatten vier Architekturbüros im Rahmen eines Gutachterverfahrens an neuen Ideen für die Entwicklung des Bergedorfer Schleusengrabens und des Kaufhauskanals in Harburg gearbeitet, nun hat die hochkarätig besetzte Fachjury unter Vorsitz des Architekten Prof. Bernhard Winking Realisierungsempfehlungen zu zwei Entwürfen ausgesprochen.
„Mit dem IBA-Gutachterverfahren für den Schleusengraben und den Kaufhauskanal haben Bergedorf und Harburg erstmals ein gemeinsames Planungsverfahren dieser Art durchgeführt“, so IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg. Es sind ähnliche Herausforderungen, vor denen die beiden Bezirke angesichts dieser Projekte stehen: Für den Bergedorfer Schleusengraben, der sich durch seine unmittelbare Nähe zur Innenstadt und die gute Anbindung an den Straßen- und Schienenverkehr auszeichnet, ist ein innovatives Mischgebiet von Wohnen und Gewerbe mit neuen hochwertigen Arbeitsplätzen geplant; mit dem Kaufhauskanal soll der Channel Hamburg als bereits seit einigen Jahren erfolgreicher Gewerbestandort im Harburger Binnenhafen nun um einen attraktiven Wohnstandort bereichert werden. Interessierte Investoren hatten bereits während des Gutachterverfahrens die Möglichkeit, Einfluss auf die Entwürfe zu nehmen.
Wohnen und Gewerbe am Bergedorfer Schleusengraben

Für den Bergedorfer Schleusengraben als erstes IBA-Referenzprojekt außerhalb des eigentlichen Demonstrationsgebiets der Bauausstellung votierte die Fachjury für einen Vorschlag des niederländischen Büros Mecanoo aus Delft. „Der Entwurf Schleusengärten ist sowohl für die geplante gewerbliche Nutzung als auch für das Wohnumfeld identitätsstiftend und führt für beide Bereiche zu einer wirklichen Adressbildung“, kommentiert Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp das Ergebnis.
Dänische Ideen für den Harburger Kaufhauskanal

Als Realisierungsempfehlung für das Projekt Kaufhauskanal entschieden sich die Juroren für den Entwurf der Architekten BIG – Bjarke Ingels Group aus Kopenhagen in Zusammenarbeit mit Topotek1 Landschaftsarchitekten aus Berlin. „In seiner Nutzungsmischung einzigartig ist der Binnenhafen der ideale Standort für ein derart neuartiges Wohnungsbauprojekt. Ich bin zuversichtlich, dass diese kraftvolle, aber dabei auch so durchdachte und stimmige Architektur schnell Investoren und Bewohner finden wird“, so Jörg-Heinrich Penner, Baudezernent des Bezirks Harburg.
Die Entwürfe beider Projekte werden jetzt vertieft und bilden die Grundlage für den Bebauungsplan. Bis zum 17. Mai 2009 werden die Entwürfe aller Büros im Rahmen einer Vernissage im Ausstellungszentrum der IBA Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt. „Die vier Architekturbüros haben die Aufgabe, übertragbare Lösungsansätze für die besonderen Herausforderungen der inneren Stadtränder zu erarbeiten, auf vorbildliche Weise erfüllt“, sagt Uli Hellweg.
Veranstaltungkalender
Anfahrt zur Ausstellung