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Klima und Energie
Der ehemalige Flakbunker in Wilhelmsburg soll ein Symbol des Klimaschutzkonzeptes Erneuerbares Wilhelmsburg werden. Das seit Kriegsende ungenutzte Monument soll nun mit einem Biomasse-Blockheizkraftwerk, einem Wasserspeicher sowie einer Solarthermieanlage ausgestattet werden und Warmwasser und Heizwärme für die Wohnungen des Weltquartiers erzeugen.
Er ist ein finster und bedrohlich wirkendes, von der Zeit geschwärztes Mahnmal und ein Relikt aus ebenso finsterer Zeit:
der ehemalige Flakbunker an der Neuhöfer Straße in Wilhelmsburg. In dem neun Stockwerke hohen Koloss suchten während der
Bombennächte des Zweiten Weltkrieges angeblich bis zu 30.000 Menschen Schutz. Im Oktober 1943 zur Luftverteidigung Hamburgs
fertiggestellt, war der Flakbunker aus 80.000 Kubikmetern Stahlbeton „unverwundbar“ errichtet worden – mit einer Wandstärke
von mindestens zwei Metern und 3,50 Meter dicken Decken.
Die britische Armee „entfestigte“ den Bunker 1947 durch
Sprengungen im Inneren. Aus einer nach dem Krieg geplanten zivilen Nutzung wurde nichts. Volle 63 Jahre lang blieb es bei
dem ungenutzten Zustand, während der Bunker mitten in einem lebendigen Wohnquartier langsam von Grünpflanzen bewachsen wurde.
Symbolische Kehrtwende
Nun, 64 Jahre nach Kriegsende, zeichnet sich eine sinnvolle, innovative und vollständig friedliche Umnutzung ab: Der Flakbunker
soll zu einem Symbol des ganzheitlichen „Klimaschutzkonzeptes Erneuerbares Wilhelmsburg“ werden. Das Projekt besteht aus zwei Bausteinen:
der erneuerbaren Energieversorgung und dem Wiederbeleben einer Bauruine. Denn der Bunker ist nach der Sprengung 1947 trotz seiner
äußerlich scheinbar unbeschädigten Hülle im Innern vollkommen zerstört.
Das verschlossene und abweisende Gebäude soll sich
nach einer Sanierung dem Stadtteil öffnen und die Möglichkeit geben, von einer Terrasse und einem Café in über 30 Meter Höhe über
den Stadtteil bis in den Hafen Hamburgs zu blicken. Eine Ausstellung soll über die (Kriegs-)Geschichte des Flakbunkers und des
Stadtteils informieren. Im Erdgeschoss des Gebäudes können weitere Nutzflächen hergerichtet werden.
Auf drei Ebenen wird
der Energiebunker zum Kraftwerk: Dach- und Südfassade werden für Solarenergie genutzt, im Inneren wird ein Blockheizkraftwerk auf
Biomassebasis eingerichtet, die überschüssige Wärme wird in einem Wärmespeicher gesammelt. Auf diese Weise kann der Energiebunker
das benachbarte Weltquartier mit seinen über 800 Wohnungen mit erneuerbarer Wärme versorgen und erzeugt zugleich einen Teil des
benötigten Stroms – getreu dem Hamburger Grundsatz: keine Stromerzeugung ohne Wärmegewinnung.
Das Projekt ist überdies erweiterbar und soll schrittweise durch die Nutzung von industrieller Abwärme und Reststoffen ausgebaut werden.
Das Ziel: Der Energiebunker soll einen Großteil des Reiherstiegviertels mit CO2-effizienter Wärme und Strom versorgen –
aus einem Mahnmal wird ein Energielieferant.
Die Komponenten der Energieversorgung im Überblick:
- Effizienter und großmaßstäblicher Einsatz erneuerbarer und regionaler Energie
- Gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme durch Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis von Biomasse
- Speicherung von (Wärme-)Energie zum Ausgleich der nicht regelbaren Sonnenenergie und zur Erhöhung der Stromerzeugung im Blockheizkraftwerk in einem ca. 8000 m3 großen Speicher im Inneren des Bunkers
- Nutzung der Solarenergie in einer Großanlage mit ca. 3.500 m2
Hier stehen Materialien und Bilder zum Download bereit:
Bilder:
Download der Visualisierung des Energiebunkers Wilhelmsburg
Download der Infografik zum Klimakonzept des Energiebunkers als PDF auf deutsch (urbanista)
Download der Infografik zum Klimakonzept des Energiebunkers als PDF auf englisch (urbanista)
Publikationen:
Prima Klima-Anlage
Broschüre zur Kampagne "Prima Klima-Anlage" mit allen Informationen zur Bewerbung und Förderung durch die IBA auf dem Weg zu Ihrem KLIMA_HAUS.
Klimafaktor Metropole | Climate Factor Metropolis
Broschüre über das Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg mit den Projekten Energiebunker, Energieberg, Energieverbund Wilhelmsburg Mitte, IBA DOCK, dem Bildungszentrum "Tor zur Welt" und der Urbanen Biogasanlage im Fokus.