zu den Leitthemen
Welche städtebaulichen Möglichkeiten stecken in den Grenz- und Übergangsorten der Metropole? Die IBA Hamburg zeigt’s.
Es sind Orte des Übergangs an den Grenzen zum Niemandsland: Verkehrsschneisen, Brücken, Bahngelände, Kanäle. Dazwischen Reste alter Stadtviertel, neue Bürotürme, Hallen. Und immer wieder wildes Grün, mitunter ein verlorener Garten. Mal Landschaft, Weite, Ruhe, dann wieder Lärm, Verkehr, Geschwindigkeit. Diese Räume gibt es in vielen europäischen Metropolen, oft am Rand der Innenstädte: alte Industriebrachen, Arbeitersiedlungen, in denen längst kaum noch Arbeiter wohnen. Hier bieten sich ganz neue Möglichkeiten, die Stadt weiterzubauen.
Die Elbinseln sind ein beispielhafter Ort für diese inneren Stadtränder der Metropolen: ein metropolitanes Patchwork zwischen Stadt und Hafen, Industrie und Marsch. Durchschnitten von großen Verkehrsschneisen, die von Hamburg aus nach Süden führen. Gerade hier ist viel Raum für eine neue Stadt mitten in der Stadt: mal in der Landschaft, mal am Wasser. Mal urban, mal grün – und immer nur wenige Kilometer von der Hamburger City entfernt. Mit diesem Leitthema entwirft die IBA Hamburg ein Zukunftsbild der inneren Stadtränder als Metrozonen: Orte, die auf den Brüchen und der Vielfalt der inneren Stadtränder aufbauen und deren harte Gegensätze durch neue Verbindungslinien überbrücken. Erstmals wird eine IBA gemeinsam mit einer Internationalen Gartenschau durchgeführt. Darin liegt eine große Chance, nämlich die zerrissene Stadt mit städtebaulichen und landschaftsplanerischen Maßnahmen gleichwertig zu reparieren. Metrozonenkonflikte sind jedoch nicht nur durch bauliche Maßnahmen zu lösen. Eingesetzt werden dafür auch neue rechtliche und politische Instrumente, um Konflikte zwischen oft ungleichen Nachbarn schlichten zu helfen. Denn nur produktives Miteinander stärkt die Metropole.